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Keine Unterstützung für den diesjährigen Bündnis SIKO-Aufruf | RAK

Hallo

Wir schreiben euch auf eure Bitte hin, den diesjährigen Aufruf gegen die Nato-Sicherheitskonferenz zu unterzeichnen.

Die Proteste gegen die Münchener Sicherheitskonferenz waren über die ganzen Jahre unsere Sache. Wir haben immer wieder uns und andere nach München mobilisiert. Haben dort mehrfach auf der Hauptkundgebung geredet, haben Aktionen, wie die Protestaktion gegen die Folter in Guantanamo (Orange People) mit vorbereitet. Die Proteste waren darüber hinaus aber auch ein strategisches Vorbild für unsere eigene Praxis, in unserer Stadt. Dies galt nicht nur für die Möglichkeit, viele Menschen auf die Straße zu bekommen. Es galt insbesondere für die Fähigkeit, unterschiedliche Gruppen, Organisationen und Menschen, mit durchaus unterschiedlicher Geschichte, unterschiedlichen Positionen und unterschiedlicher Vorstellung von Protest und Widerstand an einem Strang ziehen zu lassen.

Die Präambel des Bündnisses gegen die Sicherheitskonferenz stand bildhaft für diese Fähigkeit. Sie war zusammen mit der gemeinsamen Praxis so schlagend wirksam, dass wir sie für unsere Praxis hier gegen das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision verwendet haben. Um so bitterer ist es jetzt in eurem Aufruf wieder die Reduktion auf „gewaltfreien Widerstand“ lesen zu müssen.

Was uns wie ein Aufbruch aus jener bleiernen Zeit der Abgrenzungen und Trennungen erschien, endet nun wieder in altbekannten Festungen. Wir wollen nichts beschönigen. Natürlich hat niemand die Weisheit mit Löffeln gefressen, natürlich drohen Proteste wie Protestformen, gerade bei einer langjährigen Widerstandsgeschichte, wie der gegen die Siko, zu Ritualen zu erstarren. Bei allen daraus folgenden Trennungen und Streitereien in der Praxis – niemand sollte auch noch dem Fehler verfallen, diese mit Parolen der Trennung zu verfestigen – völlig unabhängig davon, ob dies nun bewusst oder unbewusst geschieht. Ganz im Gegenteil: ein Aufruf müsste versuchen politische Prozesse offen zu halten. Genau dies aber tut der Aufruf nicht.

Wir werden ihn deshalb nicht unterzeichnen. Wir fordern euch auf – nehmt unseren Widerspruch gegen eine erneute Politik der Abgrenzung nicht nur zur Kenntnis.

*Ändert was dran.*

Rote Aktion Kornstraße
Hannover, 23.12.2010


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