A Call For a New Working Class Strategy

Aufruf von let’s get rooted vom 25.5.2020, ein gemeinsames Projekt der Angry Workers und Croydon Solidarity für neue Selbstorganisation.

Wer sind die Angry Workers? Video mit deutschen Untertiteln

This isn’t a call for a new organisation so much as a call for a new practice. We need collectives that contribute to the struggles of our class based on an analysis of the concrete conditions and of what our fellow workers are already doing. The recent focus on electoral politics has shifted the focus away from what is needed: workers’ self-organisation at work and beyond; and a debate about how our day-to-day struggles relate to the global struggle for a new society. We urgently need to regroup. Why? Weiterlesen

Eure Krise – Nicht auf unserem Rücken

Wie das Kollektiv Crimethinc bereits im April feststellte: „Es gibt Dinge, für die es sich lohnt, den Tod zu riskieren. Die Aufrechterhaltung des Kapitalismus gehört nicht dazu. Statt zur Tagesordnung überzugehen, müssen wir den Kapitalismus ein für alle Mal abschaffen.“ Auch wenn wir Kundgebungen nicht als „Allheilmittel“ begreifen und in einem Diskussionsbeitrag typisch linke Aktionsformen einer kritischen Betrachtung unterziehen bzw. den Ansatz einer Selbstermächtigung hoch halten, hier der Aufruf der Initiative Zukunft erkämpfen

Streik der Erntearbeiter_innen bei Spargel Ritter in Bornheim

Seit Freitag, dem 15. Mai 2020 befinden sich auf dem insolventen Hof Spargel Ritter in Bornheim bei Bonn weit über 100 Erntehelfer*innen im Arbeitskampf. An besagtem Freitag traten die Arbeiter*innen in einen Streik. Es geht neben ausstehenden Löhnen auch um die Unterbringung in unbeheizten Containern und unvollständige fehlende Schutzausrüstung gegen die Corona-Pandemie.

Die FAU Bonn unterstützt die Kolleg*innen aktiv ihren Kampf. Am 18. Mai fanden sich mehrere hundert Unterstützer*innen an den Unterkünften ein. Am Nachmittag kam dann Bewegung in die Sache. Einzelnen Arbeiter*innen wurden schließlich 500 bis 600€ ausgezahlt. Anderen jedoch nur 300, 50 oder 5€.

Laufend aktualisierte Infoseite der FAU mit Chronologie, Spendenaufruf und mehr
Hintergründe bei Aktion Arbeitsunrecht
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Mitten in der Krise

„Bei Ausbruch der Corona-Pandemie wurden die Klassenverhältnisse sichtbarer: die Reichen flohen in ihre Villen, die Mittelklasse ging ins Home-Office, die Arbeiterklasse hielt den Laden aufrecht.“ (Wildcat 105 Frühjahr 2020)

Der erste Schock der Pandemie ist überwunden. Aber wir sind mitten drin und das wird für nicht absehbare Zeit so bleiben. Wie weiter? Was macht das aus unserem Leben, unseren sozialen Zusammenhängen, unserer Arbeit, unserem politischen Anspruch und unserer politischen Praxis – in Zeiten von allgegenwärtigen Beschränkungen?
Die Linke analysiert gern und lang. Darum geht es hier nicht. Aber wir müssen der Realität ins Auge sehen. Wir alle sollten die gesellschaftlichen Entwicklungen diskutieren, die Funktionsweise des Kapitals und resultierend daraus die des kapitalistischen Staates begreifen. Wie gesagt, wir wollen hier nix vorkauen. Wir wollen zur Diskussion anregen, daraus sollte Handeln entstehen. Denn ein weiter so ist einfach nicht möglich. Herkömmliche linke Politikformen wie Demo/ Kundgebung greifen gerade nicht, weil wir Menschen schwer erreichen – vielleicht sind sie sogar in Teilen überholt bzw. wir haben das als „Allheilmittel“ begriffen.

Im Zuge der Pandemie erfolgte eine tiefe ökonomische Krise. Kurzarbeit trifft so viele Menschen wie nie zuvor, Arbeitslosigkeit nimmt zu, sogar im vom Wohlstand satt gefressenen Dachau ist sie so hoch wie nie. Von März auf April stieg die Arbeitslosigkeit von 492 auf 2421¹. Dabei muss man auch erwähnen, dass in Dachau jeder dritte Job befristet ist. Weiterlesen

Wilder Streik der Busfahrer_innen in Brüssel

Meldung auf Solidarisch gegen Corona vom 14.05.2020

„Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen.“ – Wilder Streik in Brüssel gegen die Rückkehr zum Normalbetrieb

Am 11. und 12. Mai 2020 sind große Teile der Busfahrer*innen (ca. 80%) und der Tramfahrer*innen (ca. 50%) der Brüsseler Verkehrsbetriebe in einen wilden Streik getreten, nachdem die Gewerkschaft hinter ihrem Rücken einer Wiederaufnahme der normalen Fahrpläne zugestimmt hatte.

Bei dem Streik haben sich die Arbeiter*innen zum ersten Mal auf das „Droit de retrait“ (Recht auf Rückzug) berufen, das seit 1996 Teil des belgischen Arbeitsrechts ist. Es erlaubt Arbeiter*innen, sich von ihrem Arbeitsplatz zu entfernen, wenn sie sich in einer schweren und unmittelbaren Gefahrenlage befinden. Die Tram- und Busfahrer*innen sehen sich durch die Aufhebung des Lockdowns einer solchen unmittelbaren Gefahr an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt.

Dazu ist zu bemerken, dass Belgien bisher im europäischen Vergleich das Land mit der höchsten Todesrate pro 100.000 Einwohner*innen ist. Diese Rate liegt dort achtmal so hoch wie in Deutschland. Generell sind Fahrer*innen öffentlicher Verkehrsbetriebe einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. In New York etwa starben seit Beginn der Pandemie bereits 98 Angestellte der Verkehrsbetriebe an Covid-19. Mit ihrem Streik gegen die schnelle Wiederaufnahme der Arbeit stehen die Brüsseler Beschäftigten nicht allein. An zahlreichen Orten auf der ganzen Welt kommt es derzeit zu ähnlichen Protesten. Weiterlesen

Kreative Ausbeutung bei NETTO in der Covid Krise

So viel Wertschätzung gibt es in „systemrelevanten“ Berufen. Zum Beispiel in den Discountern und ganz konkret NETTO. Während man mit zu wenig Personal für zu wenig Geld in der Covid Krise schön weiter arbeiten darf, werden die Arbeiter_innen noch geschröpft. Und das in zweierlei Hinsicht. Laut Medienberichten¹ mussten Arbeiter_innen über Ostern unbezahlte Überstunden leisten. Die Filialen waren länger geöffnet ohne zusätzliches Personal zu haben. Man spekulierte darauf, dass die Kolleg_innen dafür länger arbeiten, was letztlich so geschah. Offiziell ausgedrückt heißt das „die zusätzlichen Stunden müssen durch Änderung der Arbeitsabläufe vollständig kompensiert werden“.
Statt einer Prämie, die im Einzelhandel laut Arbeiter_innen gezahlt wurde, erhielten diese 20% Rabatt-Marken (was früher ohnehin üblich gewesen sei). Die Kolleg_innen sollen mit ihrem miesen Lohn NETTO noch weiteren Umsatz bescheren. Weiterlesen

1. Mai 2020: Was wir brauchen müssen wir uns nehmen


Die eigene Lage überdenken, mit Kolleg_innen und in Stadtteil/Umgebung darüber reden, zum Handeln übergehen, aus dem vorgegebenen Rahmen kollektiv ausbrechen

Selbstermächtigung! Radikal von unten!

„Die Arbeiterklasse muss das Unternehmer-Projekt der »industriellen Demokratie« langfristig angehen: Das »strategische Ziel« besteht darin, auf internationaler Ebene die eigene »politische« Selbstverwaltung außerhalb der kapitalistischen Produktion und gegen die »allgemeine politische Macht« des Kapitals zu organisieren.

Um das zu erreichen, muss der Kampf das unmittelbare »taktische Ziel« vorantreiben, außerhalb der »politischen Kontrolle« des Unternehmers einen Kampf zu führen, der sich heute noch gezwungenermaßen innerhalb der kapitalistischen Akkumulation und Produktion abspielt, auch wenn er zum Teil auf gesellschaftlicher Ebene oder auf der Straße stattfindet. Weiterlesen

Erinnern heißt kämpfen! 75 Jahre Dachauer Aufstand


Beteilgt Euch am Gedenken zum 75. Jahrestag des antifaschistischen Dachauer Aufstands! Legt am 28.4. Blumen an der Gedenktafel an der Sparkasse gegenüber des Rathauses ab.

Am 28. April 1945 stürmten bewaffnete Arbeiter_innen und geflohene KZ Häftlinge das Dachauer Rathaus und hielten die Altstadt für mehrere Stunden besetzt. Das Ziel die Besetzung solange zu halten bis die US amerikanischen Truppen nach Dachau stoßen, schlug fehl. SS-Hundertschaften aus der Kaserne am Konzentrationslager schlugen den Aufstand blutig nieder.

Der antifaschistische Dachauer Aufstand wurde jahrzehntelang verschwiegen. Der politisch kommunistische/sozialistisch Hintergrund der Aufständischen passte nicht ins Bild. Es waren Menschen aus der Arbeiter_innenklasse, die KZ Häftlingen zur Flucht verhalfen. Diese zögerten nicht noch einmal ihr Leben aufs Spiel zu setzen und beteiligten sich am Aufstand. Sechs Antifaschist_innen wurden zum Teil standrechtlich auf dem Rathausplatz von der SS erschossen. Weiterlesen

Arbeiter_innenkampf trotz oder gerade wegen der Pandemie?


Bevor es losgeht: Das ist nicht das hundertste Thesenpapier, nicht die hundertste linke Kurzanalyse. Dies ist eine Aufreihung von Beispielen, eine Anregung zur Diskussion, ein Plädoyer für unsere Klasse.

Dachau zeigt sich gerade von seiner solidarischen Seite, z.B. durch die Errichtung eines so genannten Gabenzauns oder durch die Corona Hilfe Dachau. Doch was ist mit den Menschen jenseits der „eigenen“ vier Wände? Was ist mit den Menschen, die nicht den Schutz des Home Office genießen, die an der Supermarktkasse, in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhaus und Pflegeheim arbeiten oder Busse fahren müssen? Diese gerade so abgefeierten und vom Balkon beklatschten „systemrelevanten“ Berufe haben einen solch miesen Lohn, dass man sich auch keine große Wohnung leisten kann.
Tatsächlich gehört es zu einer funktionierenden Gesellschaft mit dem Bus von A nach B fahren zu können, rund um die Uhr in ein Krankenhaus gehen zu können, das der Müll abgeholt, die Post ausgeteilt wird und man sich irgendwo etwas zu essen kaufen kann (bzw. vielmehr muss). Dass diese Berufe beschissen entlohnt und die Arbeitsbedingungen hart sind sind war noch nie ein Geheimnis, nur hat es den Großteil der Gesellschaft einfach nicht interessiert.
Diese Arbeiter_innen sind aktuell in der Corona Krise die Verlierer und sie werden nach der Corona Krise auch zu den Verlierern gehören. Großkonzerne bekommen staatliche Finanzhilfe und das nicht zu knapp. Die Arbeiter_innen haben weiter schlechte Arbeitsbedingungen, zu wenig Kohle, eine zu kleine Wohnung und für sie wird am Ende wieder nichts übrig bleiben. Oder besser gesagt, man wird weiter nichts für sie übrig haben. Denn die kapitalistische Show muss ja irgendwie weiter gehen.

Aber: „Das Kapital setzt (…) die Lohnarbeit, die Lohnarbeit setzt das Kapital voraus.“ Das heißt ohne Lohnarbeit kein Mehrwert, ohne Mehrwert kein Kapital. Sie brauchen uns! Wir wollen hier über Arbeiter_innenkampf und Selbstermächtigung berichten. Denn jetzt in der Corona Krise begehren vielerorts Lohnabhängige auf, fordern ihre Rechte ein. Trotz oder gerade weil diese Arbeiter_innen jetzt weiter schuften müssen – für ein System, das sie als billige Stützen braucht, um sich weiter am Laufen zu halten. Dafür sind viele Arbeiter_innen nicht gewillt ihre Gesundheit zu riskieren. Dabei warten sie nicht auf Erlaubnis, sondern ergreifen selbst die Initiative. Weiterlesen

Discussing the Covid 19 regime from a revolutionary working class perspective

Von den Angry Workers Of The World März 2020
Wer sind die Angry Workers? A short introduction bei libcom.com

Corona has taken over. Despite the fear and panic (or even denial) that has taken hold, one thing is for sure: the cracks of the system are emerging for all to see. How can the left respond in a way that dodges the minefield of strengthening the state, at the same time as ensuring that people are being put before profits? How can self-organised activity, like the community groups that are popping up to help vulnerable people, be facilitated and crucially, be used as vehicles to get our demands met? It’s all very well to reiterate demands, such as for a universal basic income, as well as push for new ones, such as full-waged sick pay from day one. But the question always is: how do we enforce it?

We could simply rely on the fact that a crisis means extraordinary measures are implemeted from the top. We can only capitalise on the shakiness of global capitalism and this pandemic to push for a more equal society if we have a real grassroots power – that extends from mutual aid to workplaces. This means getting rooted in the longer term in our communities – inside and outside the workplace walls. Weiterlesen