Streik bei Danone in Rosenheim

Am heutigen 3. Juni traten die Kolleg_innen des Rosenheimer Danone-Werks in einen achtstündigen Streik. Der französische Joghurt- und Milchprodukte-Hersteller hatte im Februar angekündigt das Werk 2021 schließen zu wollen. Die Gewerkschaft NGG will mit dem Streik den Konzern zum Abschluss eines Sozialtarifvertrags drängen. Es ist ein Abwehrkampf um Abfindungen und ein perfides Spiel seitens des Konzerns.

Während das Rosenheimer Werk stets profitabel abschloss, sogar über den geforderten Umsatzzahlen, reicht das dem Konzern nicht aus. Konzernweit steigerten sich die Umsatzerlöse von 2016 bis 2019 von 21,9 Millionen Euro auf 25,2 Millionen Euro. Auch die Dividende je Aktie stieg jährlich und lag 2019 bei 2,1. Das Ergebnis vor Steuern stieg mit einem kurzem Einbruch 2018 ebenfalls von 2,6 (2016) auf 2,8, Millionen Euro an ¹. Doch wie viele Unternehmen geht auch Danone in Rosenheim den Weg, den kapitalistische Unternehmen eben gehen – gerade in der Krise. Sie werden einsparen.

Während Arbeiter_innen in der Pandemie ihre Gesundheit riskierten und riskieren und so das System am Laufen hielten, bekommen sie jetzt die Quittung. Ihr Standort wird nicht mehr benötigt, ihre Arbeitskraft wird nicht mehr benötigt. So leicht geht das, denn so leicht ist das.

Die 160 Kolleg_innen wollen nun höhere Abfindungen. Einem Großteil droht die Arbeitslosigkeit, 93 der 160 Kolleg_innen sind über 50 Jahre alt ². Die Wut ist groß und das ist gut. Aber ein kleiner Acht-Stunden-Streik in typischer DGB Manier wird keinen Gegner beeindrucken.
Das Kapital lässt in der Krise die Maske des sozialen Anstrichs fallen. Nach Ablauf der Kurzarbeit wird hier eine enorme Anzahl Arbeitsplätze „abgebaut“ werden, wie das so schön heißt. Der DGB hat bereits Mitte März, bevor es überhaupt zu Konjunktureinbrüchen kam, die Segel gestrichen und gemeinsam mit der „Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände“ verkündet die „Sozialpartner stellen gemeinsame Verantwortung in der Coronakrise über Differenzen.“ ³ Das war nicht anders zu erwarten und zeigt wieder einmal was für ein Drecksverein dieser Gewerkschaftsbund ist. Wir Arbeiter_innen müssen selbst für uns stehen und kämpfen, uns eigene Strukturen schaffen. Am besten bevor die Unternehmen zum Rundumschlag ansetzen.

¹ https://www.finanzen.net/bilanz_guv/danone
² https://www.rosenheim24.de/rosenheim/rosenheim-stadt/rosenheim-ort43270/rosenheim-streik-danone-werk-mittwoch-juni-wegen-geplanter-werksschliessung-13784617.html
³ https://www.dgb.de/presse/++co++6f58fa66-652b-11ea-833c-52540088cada?display_page=3&end_date=2999-12-31&start_date=2018-06-04&tab=Pressemeldung