1. Mai 2020: Was wir brauchen müssen wir uns nehmen


Die eigene Lage überdenken, mit Kolleg_innen und in Stadtteil/Umgebung darüber reden, zum Handeln übergehen, aus dem vorgegebenen Rahmen kollektiv ausbrechen

Selbstermächtigung! Radikal von unten!

„Die Arbeiterklasse muss das Unternehmer-Projekt der »industriellen Demokratie« langfristig angehen: Das »strategische Ziel« besteht darin, auf internationaler Ebene die eigene »politische« Selbstverwaltung außerhalb der kapitalistischen Produktion und gegen die »allgemeine politische Macht« des Kapitals zu organisieren.

Um das zu erreichen, muss der Kampf das unmittelbare »taktische Ziel« vorantreiben, außerhalb der »politischen Kontrolle« des Unternehmers einen Kampf zu führen, der sich heute noch gezwungenermaßen innerhalb der kapitalistischen Akkumulation und Produktion abspielt, auch wenn er zum Teil auf gesellschaftlicher Ebene oder auf der Straße stattfindet.

Die Arbeiterklasse nutzt die ihr vom Unternehmer zugeschriebene Rolle, mit »brüsken« Sprüngen die Formen des kapitalistischen Projekts der »neuen Ordnung« zu bestimmen, um ihr hegemoniales politisches Potential auf eine höhere Ebene der kapitalistischen Vergesellschaftung zu verlagern. Der »taktische Gebrauch« der »Nicht-Kollaboration« zwingt den Unternehmer zu immer fortschrittlicheren Projekten, mit denen er den Arbeiterdruck in der »Fabrik« »reformistisch einholen« will. Diese werden sodann überrannt und verbrannt und behindern so einen »strategischen« Plan des Unternehmers.
Die »Nicht-Kollaboration« der Arbeiter schlägt diesen Plan innerhalb der kapitalistischen Produktion, denn er kann nur funktionieren, wenn er sich kapillar im Produktionsprozess festsetzt.[…]

Kein Funktionär des Kapitals (Gewerkschafter oder individueller Kapitalist) regt sich darüber auf, dass der kollektive Arbeiter immer dazu gezwungen ist, die Vorschriften »zu verletzen«, um mit seiner eigenen Rationalität die grundlegende Irrationalität eines Systems auszugleichen, das auf der Ausbeutung der Klasse basiert, und dass gerade diese andauernde Erneuerung die Verwertung des Kapitals, also die Produktivität, ausmacht. Aufregen tun sie sich bloß, wenn der kollektive Arbeiter die produktive »Kooperation« in eine politische Neuzusammensetzung umdreht […]. Die Funktionäre sehen rot, wenn sich endlich alle als »Arbeiterklasse« erkannt haben und vereint ihre tatsächliche Verwaltung des Arbeitsprozesses, in den sie eingeschlossen sind, genutzt haben, um das politische Projekt des Unternehmers, nämlich die politische Kontrolle über sie zurück zu erobern, zu schlagen.“ Romano Alquati