AfD Jugend verliert auf ganzer Linie in Dachau

„Wir sind jung, wir sind Deutsche und wir zeigen, dass wir noch an Deutschlands Zukunft glauben.“ So kündigte der AfD Kreisverband Dachau eine Veranstaltung für den 04. Mai 2019 im Ludwig-Thoma-Haus an. „Die Jugend der AfD lädt ein.“ Eingeladen hat sie schon. Gekommen ist niemand. Daniel S. von der „Jungen Alternative“ (JA) wartete am Eingang des Thoma-Hauses vergeblich auf Mitstreiter_innen. Nur zwei weitere junge Männer standen ihm zur Seite. Einer gekleidet in eine Jacke der Neonazi-Kampfsportmarke „Label 23“. Gekommen waren stattdessen über 20 Jugendliche, die ein Problem mit der AfD und ihrer völkisch rassistischen Propaganda haben.

Die Jugendlichen postierten sich mit Transparenten und entarteter Musik quer über den Aufgang zum Thoma-Haus, um die „deutsche Jugend“ gebührend in Empfang zu nehmen.

Doch die ließ sich nicht blicken. Kurz nach 19 Uhr, als die Veranstaltung eigentlich beginnen sollte, kamen der Pressesprecher der AfD Dachau Karl Hermann Behrens und die Schatzmeisterin des AfD Ortsverbands Odelzhausen Heike Behrens und schoben sich schlecht gelaunt durch den Protest. Karl Hermann Behrens moderiert für gewöhnlich AfD Veranstaltungen im Dachauer Raum. Nur gab es gestern nichts zu moderieren, es gab nicht mal eine Veranstaltung. So musste sich die JA damit begnügen, das Spektakel vor der Tür zu betrachten. Draußen ging man nämlich zu einer Aerobic Einlage unterlegt mit Elektro Musik über, was deutlich die Aufmerksamkeit der Passant_innen auf sich zog. Gerüchten zu Folge soll sich auch ein Einhorn unter den Aerobic Freunden Dachau befunden haben. 45 Aerobic Minuten später traf dann doch noch die Polizei ein und versetzte die in der Abenddämmerung befindliche Dachauer Altstadt mit ihrem blauen Stroboskop in wahrlich mystische Atmosphäre.

Es stellt sich die Frage, warum die üblichen Beteiligten der AfD Dachau nicht da waren und ihre Jugend kläglich im Stich ließen? Lag es etwa daran, dass in Greding zur gleichen Zeit das süddeutsche Flügeltreffen mit Björn Höcke stattfand? Dies bleibt zum jetzigen Zeitpunkt im Unklaren. Klar ist, dass die Jugend in Dachau Nationalismus und Chauvinismus die Stirn bietet. Die AfD kann sich umsonst einen Saal im Thoma-Haus mieten, die Jugend kann sich die Straße nehmen. Das war auch umsonst. Und eindrucksvoll. So eindrucksvoll, dass die JA, die doch den „Mut“ habe, „sich allen Widrigkeiten entgegenzustellen“, es vorzog über den Hinterausgang zu verschwinden und den noch schlechter gelaunten Karl Hermann Behrens mit dieser Information zur Polizei zu schicken. Tja liebe AfD/JA, das war nicht mal schlecht, das war schlicht und ergreifend nichts!