05.03.19 Antifa Infocafe: Rechter Schauplatz Oberbayern. Damals wie heute

Freiraum Dachau
Brunngartenstr. 7
Offen ab 19:30 Uhr | Beginn 20:00 Uhr
Eintritt frei | Spenden erwünscht

Jedes Jahr finden im oberbayerischen Raum rechte und geschichtsrevisionistische Gedenkveranstaltungen statt, wie etwa in Schliersee für das Freikorps Oberland oder für die Verbrecher der Gebirgsjäger der Wehrmacht in Mittenwald und Bad Reichenhall.

An letzterem Ort wird jedes Jahr sogar eines SS-Division gedacht. Gemeinsam singt man etwa „Ich hatt‘ einen Kameraden“ oder die erste Strophe des Deutschlandliedes, tritt mit schwarz-weiß-roten Fahnen und Banderolen auf und gedenkt der „Helden“. Mancherorts erschienen ehemalige Kämpfer noch mit den Hakenkreuz-Orden von damals. Distanzierungen von Kriegsverbrechen oder Verwicklungen in den Nationalsozialismus gibt es keine.

Recherchen haben gezeigt, dass es zahlreiche weitere Gedenkstätten, Tafeln und Denkmäler gibt, die ganz offen Freikorpsverbände, NS-Funktionäre und militärische Einheiten des Dritten Reiches ehren, die mitunter an Kriegsverbrechen beteiligt waren und eine wichtige Rolle für die nationalsozialistische Bewegung und ihre Propaganda spielten. Manche von ihnen gelten darüber hinaus als Anziehungsort für extrem rechte und neonazistische Gruppierungen, wie die „Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland“, die „Burschenschaft Danubia“, oder die neofaschistischen Kleinstparteien „Der III. Weg“ und „Die Rechte“.

Im Vortrag „Rechter Schauplatz Oberbayern. Damals wie heute“ soll auf diese Kontinuitäten und Traditionen anhand einer Reihe von Orten und Gedenken genauer eingegangen werden. Dabei wird stets Bezug auf Plätze und Phasen des historischen Nationalsozialismus im oberbayerischen und oberländischen Raum genommen.