Naziaufmarsch am ersten Mai 2013 in Würzburg

Der bayerische Kameradschaftsdachverband “Freies Netz Süd” (FNS) hat für den 01.05.2013 einen Aufmarsch im unterfränkischen Würzburg angekündigt. Unter dem Motto “Arm trotz Arbeit – Kapitalismus zerschlagen!” will das vom FNS initiierte und dominierte “Nationale und Soziale Bündnis 1. Mai” die Stadt am Main heimsuchen.

Das FNS bevorzugte bisher Aufmärsche in kleineren Städten um Widerstand zu umgehen und Blockaden zu vermeiden, ausserdem wurden die Aufmärsche turnusmäßig in verschiedenen Bezirken durchgeführt (01. Mai 2009 Weiden/Oberpfalz, 01. Mai 2010 Schweinfurt/Unterfranken, 01. Mai 2011 Heilbronn/Ba-Wü, 01. Mai 2012 Hof/Oberfranken). Die Anmeldung für 2013 weicht von beiden Punkten ab. Mit mehr als 130.000 Einwohnern kann Würzburg nicht als Kleinstadt angesehen werden, Unterfranken war bereits 2010 Schauplatz des neonazistischen Aufmarschs am ersten Mai.

Der Grund hierfür dürfte in erster Linie in der direkten Konkurrenz des FNS zur NPD liegen. Die NPD ruft zu einer Kundgebung in Frankfurt am Main, gerade einmal eine Stunde von Würzburg entfernt, unter einem ähnlichen Motto auf. Die NPD erwartet 500 Teilnehmer. Die Erfahrungen der letzten Jahre (insbesondere das nahegelegene Schweinfurt 2010) haben gezeigt, dass das FNS bis zu 1000 Neonazis mobilisieren kann. Zudem dürfte für viele jüngere Nazis aus dem Kameradschaftsspektrum der Aufmarsch des FNS attraktiver sein, gebärdet sich das Kameradschaftsnetzwerk auf öffentlichen Aktionen doch immer wieder sehr aggressiv.

Auch wenn wesentliche Teile des ursprünglichen “Nationalen und Sozialen Bündnis 1. Mai” den Aufmarsch in Würzburg nicht unterstützen werden, sollte man die Anziehungskraft auf die militante Kameradschaftsszene nicht unterschätzen. An Aufmärschen des FNS nehmen regelmäßig Neonazis aus Sachsen, Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen teil. Ebenfalls kommt es immer wieder zu versuchten bzw. vollendeten Übergriffen auf anwesende Gegendemonstranten und Journalisten.

Das FNS verfügt in der Region über eine gut ausgebaute und seit Jahren aktiven Infrastruktur. Mit Matthias “Baffo” Bauernfeind (Karlstadt) und Marcel “Finzi” Finzelberg (Schonungen) wohnen gleich zwei Kader des Freien Netz Süd in der unmittelbaren Umgebung Würzburgs. Die “Freien Kräfte Würzburg”, die „Kameradschaft Main-Spessart“ und die “Freien Kräfte Schweinfurt” werden maßgeblich von diesen beiden Personen beeinflusst.

Zu gegebener Zeit werden wir weitere Infos zu dem Aufmarsch bereitstellen.