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Krieg heißt Folter - Zivilisation durch Folter

„Wer gefoltert wurde, bleibt gefoltert“, schrieb der österreichische Schriftsteller Jean Amery 1965 in seinem Essay „Die Tortur“: „Unauslöschlich ist die Folter in ihn eingeschrieben, auch dann, wenn keine klinisch objektiven Spuren nachzuweißen sind. (...) Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.“

Im „Krieg gegen den Terror“ ist offen vom Ausnahmezustand die Rede, und in der aktuellen Debatte über die Anwendung von Folter als legitimes Mittel der Politik wird die bereits gängige Folterpraxis gerechtfertigt. Das heißt konkret für Gefangene: Entzug der Orientierung und Außenwahrnehmung durch Kapuzen, Verschleppung durch Geheimdienste der Nato-Staaten, Vernehmung gefolterter Gefangener durch deutsche Behörden, CIA-Gefangenentransporte in Geheimgefängnisse durch deutschen Luftraum und über deutsche Flughäfen.

Für Krieg und Folter braucht die Regierung die Zustimmung der eigenen Bevölkerung. Mit den Schlagworten „Demokratie, Freiheit, Zivilisation und Sicherheit“ soll gesellschaftlicher Konsens für Folter geschaffen werden:

▪ Im Namen von „Sicherheit und Frieden“ wird die Definition über den Status der Gefangenen zu einem Willkürakt der Sieger.
▪ Zur Verteidigung der westlichen „Zivilisation“ werden für die Folter exterritoriale Räume geschaffen.
▪ Im Namen von „Freiheit und Demokratie“ profitieren deutsche Sicherheitsbehörden von unmenschlichen Haftbedingungen und Verhörsituationen durch Folter.

Schikane, Unterwerfung und Gewalt sind strukturelle Bestandteile von Armeen. Durch die bekannt gewordenen Folterübungen in der Kaserne Coesfeld wurde deutlich, was die Bundeswehr unter „realitätsnaher Ausbildung“ versteht: simulierte Geiselnahmen, Scheinerschießungen, Stromschläge, stundenlanges Fesseln mit Kabelbindern und das Ausdrücken brennender Zigaretten im Nacken. „Tiffy“ war das Codewort zur Beendigung dieser Torturen. Tiffy, die rosafarbene plüschige Vogelpuppe aus der Sesamstraße symbolisiert all das, was ein echter Kerl nicht sein mag! Und so gab es nur einen Soldaten, der den Mut hatte, das Codewort „Tiffy“ auszusprechen.

Unter dem Motto „Entschieden für Frieden“ feierte die Bundeswehr 2005 das fünfzigste Jahr der Wiederbewaffnung und versuchte durch Gelöbnisse und Zapfenstreiche gesellschaftliche Akzeptanz für Aufrüstung, Militarisierung und Krieg zu erlangen. Dagegen setzt diese Demonstration die Initiative „Wiederentwaffnung jetzt!“, denn dieser Frieden bedeutet Krieg, diese Zivilisation bringt Folter!

Die herrschende Logik von Krieg, Folter und Zerstörung muss durchbrochen werden durch die globale Solidarität von unten!

Wir fordern alle auf, jeden Versuch der Legitimierung von Folter und Krieg radikal zu bekämpfen!

Francisco Goya, Los Desastres de la Guerra, 1810-1820. In einer Folge von 80 Radierungen hat Goya die Schrecken der napoleonischen Okkupation Spaniens geschildert. Mit diesem Zyklus formuliert Goya seine Fundamentalkritik am Krieg Er macht deutlich, dass dieser Irrsinn Methode hat und versucht, das zu zeigen, was jeder sieht, wenn er hinguckt.


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