Termine

ROSENHEIM 17.01.18 – Buchvorstellung: Untergangster des Abendlandes
Z selbstverwaltetes Zentrum, Innstr. 45
20:00 Uhr
„Die rechtsextremen „Identitären“ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.
Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der „Identitären“ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen. (…)
Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme Charakter der „Identitären“ begründen lässt und inwiefern von einer modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann. Insbesondere wird hierbei auf die ideologischen und personellen Überschneidungen zum völkischen Verbindungsmilieu in Österreich eingegangen.“

contre.rosenheim.tk

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MÜNCHEN 24.01.18 – Industrie 4.0 oder die neue digitale Herrschaft im Betrieb
Vortrag und Diskussion, Veranstaltung FAU München
Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102
20:00 Uhr
„Wir erleben derzeit eine neue Welle der Digitalisierung der Arbeitswelt, die unter dem Label „Industrie 4.0“ heiß diskutiert wird. Dabei hören wir meist von einer „Flexibilisierung der Produktion“, von „entscheidenden Standortvorteilen für Deutschland“, von „individualisierter Massenproduktion“ – Aber was bedeutet die Digitalisierung eigentlich für die Beschäftigten? Die beiden Referenten entwickeln eine proletarische Perspektive auf die Entwicklung, die vor allem der Frage nachgeht, wie sich die digitale Technologie auf das Herrschaftsverhältnis von Management und ArbeiterInnen in der Industrie auswirkt. Anhand zahlreicher Beispiele aus der betrieblichen Realität, aber auch aus der Geschichte der sozialistischen Kybernetik, diskutieren sie neue Kontroll- und Überwachungstechniken, aber auch Potentiale des Widerstands und der Demokratisierung.

Mathias Martin Becker ist Wissenschaftsjournalist und hat selbst jahrelange Erfahrung als Pflege- und Industriearbeiter. Er ist Autor des Buches „Automatisierung und Ausbeutung. Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?“.
Simon Schaupp ist Soziologe und Autor des Buches „Digitale Selbstüberwachung. Self-Tracking im kybernetischen Kapitalismus“, sowie
Mitherausgeber des Buches „Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen. Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wandel“.“

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DACHAU 27.01.18 – Zeitzeugengespräch zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Str. 2-6
19:00 Uhr
„Volodymyr Iwanowitsch Dshelali wurde 1925 in der Ukraine geboren. Er hat gerade sein 8. Schuljahr beendet, als 1941 der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und die Besetzung seiner Heimat sein Leben verändert. Zusammen mit Freunden beteiligt er sich am Widerstand. Sie verbreiteten Flugblätter und bereiten Sabotageakte vor. 1942 wird er zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch kommt er im Juli 1942 ins KZ Dachau, wo er sich am Schmuggel von Paketen ins Lager beteiligt. Später gelingt ihm die Flucht aus einem Außenlager und er wird bis Kriegsende von einem Bauern versteckt. Im Frühjahr 1945 kehrt er zurück in die Ukraine, studiert und arbeitet 45 Jahre als Musiklehrer. Er schreibt Gedichte, auch über seine Erfahrungen im KZ. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau .“

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DACHAU 06.02.18 – Antifaschistisches Infocafe Dachau
Pro Choice is ois
Freiraum Dachau, Brunngartenstr. 7
freiraum-dachau.de
Beginn des Vortrags 20:00 Uhr
„Reaktionäre AbtreibungsgegnerInnen sind weltweit aktiv, so auch in der
BRD und in Österreich. Mit jährlichen sogenannten „1000-Kreuze-Marsch“
propagieren sie ein sexistisches, homophobes, antisemitisches,
rassistisches und ultra-religiöses Weltbild. Die organisierten
AbtreibungsgegnerInnen haben dabei erfreulicherweise mit Gegenwehr
seitens Pro-Choice-Aktivist_innen zu kämpfen. In Salzburg reagiert die
Staatsmacht auf diesen Widerstand immer wieder mit Festnahmen.

Auch rechten Parteien ist der selbstbestimmte Umgang von Frauen* mit
ihrer Gebärfähigkeit ein Dorn im Auge. Angesichts des Aufstiegs – bzw.
der Regierungsbeteiligung – reaktionärer Kräfte gilt es, bereits
erkämpfte Fortschritte zu verteidigen. Eine noch weitergehende
Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen würde nicht weniger
bedeuten, als Zwangs-Schwangerschaften.

Aktivistinnen aus Salzburg sprechen über die organisierten GegnerInnen
des Schwangerschaftsabbruchs und über (pro-)feministische
Interventionen. Sie stellen zur Diskussion, dass das Streiten für
reproduktive Selbstbestimmung nicht als Ein-Punkt-Kampf gedacht werden
kann und im Kampf um eine befreite Gesellschaft eine zentrale Rolle
einnimmt. Im Gepäck haben die Vortragenden die wirklich allerletzten
Exemplare der Broschüre „Pro Choice is ois!“

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DACHAU 01.03.18 – Österreich: Republik, Austrofaschismus, NS Herrschaft
Versöhnungskirche, Alte Römer Str. 87
19:30 Uhr
Referent Dr. Kurt Bauer
http://versoehnungskirche-dachau.de

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MÜNCHEN Tag X – 4 Jahre NSU Prozess: Kein Schlussstrich
Aktionen & Demo am Tag der Urteilverkündung

„Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Sommer 2017 wird der Prozess nach etwa 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Wir rufen zu einer Demonstration und Aktionen zu Beginn der Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München auf.“
„Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten. Wir werden daher zum Prozessende zusammen auf die Straße gehen. Denn wir werden den NSU nicht zu den Akten legen.“ Aufruf nsuprozess.net
Aktuelles nsuprozess.net/blog

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