London’s burning – Material zu den sozialen Kämpfen in Großbritannien

Seit mehreren Tagen sind in sozial benachteiligten Londoner Stadtteilen wie Tottenham und Hackney, Straßenkämpfe im Gange, die sich aktuell auf andere Städte in Großbritannien auszuweiten beginnen. Die Auseinandersetzungen begannen, als ein 29jähriger aus Tottenham von der Polizei erschossen wurde. Wie so oft, ist die Randale nur die Entladung von sich fortwährend verschärfenden Widersprüchen. Dass es gerade in den sozialen Brennpunkten knallt, ist die logische Konsequenz.
Ein Blick hinter die Kulissen.

Großbritannien: Staatliche Kontrolle und proletarische Reproduktion
Ausführlicher Artikel aus Wildcat Nr. 84 über Sozialkahlschlag und soziale Repressionen der letzten Jahre http://www.wildcat-www.de/wildcat/84/w84_reproduktion_england.htm

Die Hackney Anarchist Group betreibt kontinuierlich Stadtteilarbeit. Einen guten Überblick darüber gibt’s auf ihrer Homepage https://network23.org/hackneyanarchists/

Weiterer Artikel speziell zu Hackney in Wildcat Nr. 88 (leider keine Online-Version vorhanden)

Anarchist response to the riots (London Indymedia 9.8.2011)
Where is the anarchist response to the riots? A few thoughts…
While the most exciting wave of civil unrest unfolds in front of our eyes, anarchists across London seem to be failing at actively supporting this immense expression of anger and frustration. We believe this expression to be totally legitimate and should be encouraged and supported. But how? The writers of this are not sure themselves but here are a few ideas and we hope people will think about and act out their response to this situation.

Create a visible and directed anti-authoritarian presence – we should be on these demonstrations with banners and literature but perhaps most importantly facing down the police. Think black-bloc, barricade roads, don’t run when the pigs come.

Legal advice – we should be making people aware of the importance of masking up and the presence of CCTV. Distributing bust cards is also important (note: many people wary of receiving legal advice from perceived outsiders. we are not completely sure how to overcome this and it needs thought.)

Pick your targets – the rioters so far as doing a good job of redistributing wealth by attacking large corporations. what else can we go for? police stations, courts, other government buildings, banks, CCTV cameras.

Think about safety – we should be aware that some people are using this as an opportunity to mug others. stay safe, move in groups and think seriously about who you trust with your physical safety.

This is just the beginning of what we should be doing and we hope a dialogue is formed between all protesters across the city and the country who are tired of the police harassment and exploitative economic systems.

Neuer Wind an den Amper Kliniken Dachau – oder wann wird ein Zustand zum Notstand

Ende Juli wandte sich die unabhängige Betriebsgruppe an den Amper Kliniken erneut an die Öffentlichkeit. Der bereits latente Personalmangel verschärfte sich durch flächendeckende Ausfälle und brachte, laut den Angaben der Betriebsgruppe “das Fass zum Überlaufen”. Auf mehreren Stationen konnten in dieser Woche die Schichten nicht mehr voll besetzt werden. Die aktiven Kolleg_innen forderten in einer Pressemitteilung Betten zu sperren. Erstaunlicherweise kam die neue Klinikleitung der Forderung in zwei Bereichen nach. Die Presse allerdings verfasste einige verleumderische Artikel, gespickt mit Halbwahrheiten. Dies veranlasste das Online-Projekt “Ungesundleben” ihrerseits die Betriebsgruppe zu den Vorgängen zu interviewen.

Die Pressemitteilung, sowie Hintergrundinfos gibts auf der Internetseite der Betriebsgruppe.
Das Interview mit Ungesundleben und die Zeitungsartikel finden sich im Ungesundleben-Wiki.

25.06. Internationales Straßenfest – gegen Ausgrenzung und Rassismus (update)

UPDATE: Bericht vom Straßenfest auf Indymedia hier

Zusammen wollen wir zeigen, dass praktische Solidarität konkrete Veränderung beinhaltet. Auch in einer wohlhabenden Stadt wie Dachau stellen soziale Missstände eine Tatsache dar. Ob die menschenunwürdigen Lebensbedingungen in der Unterkunft für Asylsuchende in der Kufsteinerstraße, Mietwucher und hohe Lebenserhaltungskosten, schlechte und prekäre Arbeitsbedingungen oder der ignorante Umgang mit alltäglichem Rassismus und geschichtlichem Revanchismus. Es gibt hier Menschen, die diese vermeintlich normalen Zustände nicht akzeptieren.

Neben kulinarischen Köstlichkeiten wird es Informationsstände, musikalische und künstlerische Darbietungen geben. Am Abend findet im Anschluss ein Konzert im Freiraum statt.
Unterstützt von:
> Freiraum Dachau
> Mieterverein Dachau
> AK Asyl
> Assoziation Autonomer Umtriebe Dachau
> Arbeiterkultur- und Bildungsverein Dachau
> Unabhängige Betriebsgruppe AmperKliniken Dachau
> Move Together
> Stadtkeller

Gemeinsam gegen Abschiebung – Lager – Residenzpflicht – Arbeitshetze – Mietwucher
KEIN MENSCH IST ILLEGAL

Gegen die Herrschaften der falschen Freiheit [MUC]

Für Samstag den 4. Juni ist in München der Gründungsparteitag des bayerischen Landesverbands der rechtspopulistischen Partei DIE FREIHEIT geplant. Gegründet wurde DIE FREIHEIT im Oktober 2010 in Berlin von dem ehemaligen CDU-Abgeordneten René Stadtkewitz. Dieser war zuvor einer der Hauptakteur_innen der rassistischen Kampagne gegen einen geplanten Moscheebau in Berlin. Seit 2008 ist er stellvertretender Vorsitzender der rassistischen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE).

Ab heute Abend wird es ein Infotelefon mit einer Ansage (vom Band!) geben, die euch darüber informiert, wo die Veranstaltung der Rassist_innen stattfindet. Es kann unter Umständen sein, dass erst sehr kurzfristig bekanntgegeben wird, wo sich der genaue Veranstaltungsort befindet. Die Nummer des Infotelefons lautet: 0170 9403580

Update des Artikels bei der antifa-nt
ursprünglicher Artikel bei der antifa-nt

Tod dem Tyrannen – Über den Haile Selassie Kult im Reggae

Wer sich mit Reggae beschäftigt, wird sich bei näherer Betrachtung mit diversen Widersprüchen konfrontiert sehen. Vom vermeintlichen „One Love“ ist bei vielen, streng nach dem Kodex der Rastafari lebenden, schnell nichts mehr so vorzufinden wie es am Anfang schien. Der absolute Gipfel ist dann die weit verbreitete Homophobie, welche in vertonten Mordphantasien Ausdruck findet. Auf den „spirituellen“ Begründer der Rastafari, Haile Selassie I., letzter König von Äthiopien, bezieht sich selten Kritik. Wer ist der alte Mann, der uns auf Fahnen und Bildern begegnet, dem so frenetisch gehuldigt wird?

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Bericht zur Antifa-Demo in Bad Reichenhall

Am Samstag, den 21. 5. 2011 demonstrierten über 200 Menschen im oberbayrischen Kurort Bad Reichenhall für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung des Ortes. Die Demonstration war der bisherige Höhepunkt einer Kampagne des Bündnis RABATZ, deren Ziel es ist, auf die geschichtsrevisionistische, militaristische und den Nationalsozialismus glorifizierende Grundstimmung in Bad Reichenhall und der Region aufmerksam zu machen und dagegen zu intervenieren. So ist die lokale Gebirgsjägerkaserne in Reichenhall noch immer nach dem Nazigeneral Konrad benannt, einem der maßgeblichen militärischen Verantwortlichen für den Vernichtungskrieg auf der Krim, alljährlich Mitte Mai gedenken Altnazikameradschaften, Neonazis, Bunderwehrsoldat_innen und lokale Politprominenz, wie der Reichenhaller Bürgermeister Herbert Lackner dem deutschen Überfall auf Kreta vom 20.5.1941, wo sich auch Reichenhaller Gebirgsjäger an den zahlreichen Massakern an der kretischen Bevölkerung beteiligten. So zum Beispiel auch die 5. Gebirgsjägerdivision aus Reichenhall, die am 1.August 1941 das Dorf Skines zerstörte und 148 kretische Zivilist_innen ermordete. Ein Gedenken an die Opfer der Nazis sucht mensch in Bad Reichenhall jedoch vergeblich.

weiterlesen auf linksunten.indymedia.org

21.05.11 VON MITTENWALD NACH BAD REICHENHALL – Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls

Antifaschistische Demonstration
Termine / Treffpunkte / Programm
- 11:15 Uhr München, Zugtreffpunkt: Hauptbahnhof, Große Anzeigetafel
- 12:15 Uhr Rosenheim, Zugtreffpunkt: Bahnhof
- 14:00 Auftaktkundgebung, Bahnhof Kirchberg (Bad Reichenhall)
- 14:30 Demostart, Bahnhof Kirchberg (Bad Reichenhall)

Aufruf
Am 20. Mai 1941 griff die deutsche Wehrmacht (u.a. „Gebirgsjäger“ aus Bad Reichenhall) die griechische Insel Kreta an, hielt sie bis zum 9. Mai 1945 besetzt und beging dort zahlreiche Kriegsverbrechen. Über 3500 Zivilist_innen wurden als Partisan_innen und deren Unterstützer_innen hingerichtet und über 30 Dörfer komplett zerstörte. Zum 70. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta rufen wir dazu auf, am Sa, 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand zu demonstrieren.

Weiterlesen auf badreichenhall.org

Die Dachauer Polizei im Kampf gegen das Böse – Hubschrauber-Einsätze gegen Sprayer

Am Nachmittag des Sonntag, den 20. Februar wurde das ruhige Dachau durch das Geknatter eines Polizei-Hubschraubers in nur ein paar Metern Höhe erfüllt. Man war nicht etwa auf der Spur eines Bankraubs oder dergleichen. Nein, ein Lokführer beobachtete zwischen Dachau und Karlsfeld zwei Leute beim Sprühen. Als pflichtbewusster Bürger verständigte er selbstverständlich die Polizei, welche sich mit konventionellen Methoden bei der Verfolgung der Flüchtigen überfordert sahen. Einen der beiden konnten sie mittels Streifenwagen sofort zu fassen bekommen. Der zweite floh zur Fuß. Also forderten sie einen Hubschrauber der Bundespolizei an. So konnten sie ihm auch habhaft werden. Respekt! Mit soviel Einsatz kann ja nichts mehr schief gehen.

Und weil es so gut geklappt hat machte dieses Beispiel Schule, als keine zwei Woche später in Dachau-Ost am Abend des 2. März, so berichteten die „Dachauer Nachrichten“ am folgenden Tag, die Dachauer Polizei einen „Aufklärungsflug“ über dem Stadtteil durchgeführte, da dort in letzter Zeit vermehrt Sprühereien auftauchen würden. Bei derartig apokalyptischem Vandalismus sehen sich die Augen des Gesetzes genötigt zum Schutze der Bürger_innen vor optischer Belästigung Maßnahmen zu ergreifen, die uns eher aus Actionfilmen bekannt sind.

Wie weit der Verfall in Dachau in Richtung französischer Banlieues fortgeschritten ist, zeigt auch ein Artikel in der Dachauer SZ ein paar Tage nach dem ersten Hubschrauber-Einsatz. Die Polizei wurde benachrichtigt als in einer Grünanlage in der Lovis-Corinth-Straße ein Mülleimer angezündet wurde. Die eintreffenden Beamten fanden diesen allerdings nur noch rauchend vor. Ohne zu zögern klingelten sie am nächstbesten Haus und baten um einen Eimer Wasser, mit welchem sie furchtlos die Glut löschten und so noch einmal weiteres Unheil verhinderten. Sogar der Mülleimer blieb intakt.

Das ist der Stoff aus dem Held_innen gemacht werden.

Aber Spaß beiseite. Vielleicht liegt dem Aufwand mitunter auch die Tatsache zugrunde, dass in Dachau in den letzten Jahren die Sprühereien zunehmen und die früher so stolz präsentierte hohe „Aufklärungsquote“ dieser „Delikte“ schon lange passe ist. Da reicht ein einfaches TatüTata nicht mehr aus. Um das Chaotentum konsequent zu bekämpfen werde zukünftig „versucht, alle Einsatzmittel auszuschöpfen“. Da wird auch gleich das geschundene Polizei-Image wieder ein wenig aufpoliert, das ist ja zum Wohle aller und nur ganz böse Geister machen sich da drüber lustig….

Beschäftigte der Amper Kliniken AG protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen

Artikel auf ungesundleben.org

Beschäftigte der Amper Kliniken AG protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen

Am 5. Dezember organisierten die Dachauer KollegInnen einen Infostand in der zu dieser Jahreszeit gut besuchten Dachauer Altstadt. Unter dem Motto “Wir wehren uns – Dachauer Klinikbeschäftigte” sollte der sozialen Kälte eingeheizt und an die Kämpfe europäischer KollegInnen angeknüpft werden.

Die Beteiligung von Krankenhauspersonal war z.B. in Griechenland, Frankreich oder zuletzt in Tschechien völlig normal. In der BRD kam der Protest gegen sogenannte Sparpakete nicht über symbolische Latschdemos hinaus. Der vom DGB versprochene “heiße Herbst” wird im Aufruf der DachauerInnen als “laues Lüftchen” bezeichnet.

Aber es sollte auch nicht “große Politik” gemacht werden. Ausgehend von der eigenen Lage, sollten alle ArbeiterInnen ohne das Kommando ihrer vermeintlichen StellvertreterInnen, sich selbst zusammenschließen, organisieren und für ihre Belange eintreten. Am Beispiel der Praxis des Konzerns Rhön Klinikum AG, dem die Amper Kliniken AG zu 95% gehört, wurden die daraus resultierenden Arbeitsbedingungen, Kürzungen und die demgegenüber gestellten jährlich steigenden Gewinne des Konzerns an einem konkreten Beispiel der Öffentlichkeit dargestellt. An einer Stelltafel mit Zeitungsartikeln der letzten sechs Jahre konnten die PassantInnen die schrittweisen Einschnitte des Klinikpersonals nachverfolgen.

Fazit: “Wir wollen nicht warten bis uns jemand zur Hilfe eilt – Wir müssen uns selbst helfen”

Das verteilte Flugblatt: Rhön Klinikum AG – Amper Kliniken AG – Und die Beschäftigten
Weitere Infos zur Betriebsgruppe: www.betriebsgruppen.de/bgak