Chronik 2007

Am Samstag, den 17. Februar, fand in Dachau der Faschingsumzug statt. Auf der Rückfahrt in der S2 Richtung München wurde ein Jugendlicher von 3 in Dachau eingestiegenen Boneheads, angepöbelt. Als das Opfer sich zu entfernen versuchte, wurde es von einem der 3 mehrmals ins Gesicht geschlagen. In Untermenzing zogen sie das Opfer nach draußen und verprügelten es weiter. Die übrigen Fahrgäste riefen nur die Polizei und griffen nicht ein. (Quelle: Antifa)

Am selben Tag gerieten einige türkische Jugendliche vor der Ludwig Thoma-Schule in einen, teils handfesten, Konflikt mit einer Gruppe junger Boneheads. (Quelle: Antifa)

In den Kneipen: „Lokalbahn“ am Dachauer Stadtbahnhof, im „Wahnsinn“ in der Sudetenlandstraße in Dachau, im „Easy“ in Petershausen und vereinzelt im „City Pub“ in der Bahnhofsstraße in Dachau wurden in den Wintermonaten unregelmäßig rechte und extrem rechte Jugendliche als Besucher_innen gesichtet. (Quelle: Antifa)

Seit Anfang Mai bis Ende Juni tauchten in Dachau mehrere Nazi-Sprühereien auf. U.a. an der MD- Papierfabrik, der Hauptfiliale der Sparkasse, der Ludwig Thoma-Schule, der Hauptschule in Dachau-Süd, dem Tengelmann in der Schleißheimer Straße und vielen anderen öffentlich einsichtlichen Stellen. Darunter waren: Hakenkreuze, SS/SA Runen, Odal- und Lebensrunen, „14 Words“, sowie die Parolen „White Power“, „Deutschland den Deutschen“, „Good night Left side“, „Sieg Heil“.
Die Stadt Dachau, sowie die Besitzer_innen der genannten Gebäude, sahen keinen Grund die neonazistische Propaganda zu entfernen. Nur einige couragierte Menschen entfernten, unabhängig voneinander, den größten Teil selbst.
Der Sprüher selbst wurde Ende Juni von zufällig vorbeikommenden Studenten gestellt und den Bullen übergeben. Diese gaben es aber erst im Oktober öffentlich bekannt. (Quelle: Antifa)

Am 6. Juli fand am Bahnhof in Dachau ein Antifa-Infostand statt, um auf die erstarkende rechtsextreme Präsenz öffentlich aufmerksam zu machen. Es versammelten sich an die 25 Menschen. Grund genug für die Dachauer Polizei nach kürzester Zeit die angemeldete Veranstaltung zu stören und von allen Beteiligten die Personalien aufzunehmen, da von ihnen „schwere Belästigungen zu befürchten“ wären. (Quelle: Antifa)

In den Morgenstunden des 22. Juli wurden in Petershausen 2 Jugendliche von mindestens zehn Boneheads, die eine Party feierten, bedroht. Ihnen wurde angekündigt, dass man ihnen die Haare abgeschneiden werde. Dann wurden sie gejagt und mit einem Baseballschläger verfolgt. (Quelle: Antifa)

Auf dem Dachauer Volksfest tauchten 8 Neonazis in Einheitskleidung auf. Alle trugen die gleiche Jacke mit dem Schriftzug der Münchner Neonazi Band „Feldherren“. (Quelle: Antifa)

Am 7. September fand in Petershausen eine Reggae-Party im Freien statt. Besucher_innen sagten, dass in der Kneipe „Easy´s“, in der Nähe des Bahnhofs, Nazis sitzen würden. Also statten ihnen einige Antifaschist_nnen einen Besuch ab. Allerdings war das Lokal offiziell schon geschlossen und nix mehr los. (Quelle: Antifa)

September: JN Aufkleber tauchen vom Bahnhof Richtung Dachau-Ost auf. (Quelle: Antifa)

In Italien werden, nach Angaben der Lokalpesse, gegen 3 Neonazis aus Südtirol Ermittlungen eingeleitet, weil sie sich in der KZ Gedenkstätte, u.a. vor dem Krematorium, mit Nazi-Kleidung posierend fotografiert hatten. (Quelle: Dachauer SZ)

In einem Artikel in der Dachauer SZ vom 12.11. behauptet die Polizei, es gäbe keine rechtsextremen Zusammenhänge in Dachau. Obwohl sie drei Tage zuvor bekannt gab einen der Sprüher hochgenommen zu haben. Dieser sei „angetan von der rechten Szene, aber nicht extrem“. Keine sieben Tage darauf beschreibt die SZ ein Szenario von „vermummten“ Jugendlichen im „Skinhead-Oufit“ (was auch immer dies in den Augen der Polizei und Presse sein mag), die gezielt auf einen 16-jährigen Schüler am Indersdorfer Bahnhof einschlugen. Auf einmal sahen die Bullen gegenüber der Presse die drohende Gefahr einer rechten Szene im Umkreis Dachau. Recherche zu dem Vorfall hat allerdings ergeben, dass der Betroffene von Mitgliedern einer „Gang“ zusammengeschlagen wurde, ohne politischen Hintergrund. Allerdings gab es wohl mehrere Stunden zuvor dennoch einen Übergriff von Vermummten, die allem Anschein nach aus der Fascho Umfeld stammen sollen. (Quelle: Antifa, Dachauer SZ)

27. November: Antifaschist_nnen übermalen öffentlich die an die Hauptschule Dachau-Süd gesprühte Neonazi-Parole „White Power“, da die Schulleitung sich dem verweigerte und Verantwortliche der Stadt Dachau dazu nicht in der Lage waren.(Quelle: Indymedia; Antifa)