Chronik 2013

Im Januar fällt in den Schrebergärten am Dachauer Bahnhof ein an Briefkästen gesprühtes Hakenkreuz auf. (Quelle: Antifa)

Am 21. Januar stellt das Dachauer Gericht ein Verfahren gegen 4 Jugendliche ein. Der als „Rädelsführer“ Angeklagte wird frei gesprochen. Ein 50 jähriger Hausbesitzer aus Dachau Süd fühlte sich durch die 15- bis 16 jährigen vor seinem Haus provoziert, worauf er sie als „Kanaken“ beschimpfte und wegen Ruhestörung anzeigte. (Quelle: Dachauer SZ)

Anfang Februar wird ein zur Tatzeit in Vierkirchen wohnhafter Neonazi vom Amtsgericht Dachau zu sechs Monaten auf Bewährung und 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Der zu diesem Zeitpunkt 31 jährige hatte auf seinem Facebook-Profil ein Bild mit Reichsadler und Hakenkreuz gepostet. Vor Gericht macht er aus seiner Gesinnung keinen Hehl: Er fühle sich der rechten Szene zugehörig und pflege Kontakt zu einer „rechten Kameradschaft“. Der gelernte Metzger ist diesbezüglich mit elf Einträgen im Bundesstrafregister eindeutig vorbestraft. Allerdings würde der jetzige Vorwurf nicht gegen laufende Bewährungsauflagen verstoßen. (Quelle: Dachauer SZ)

Am 16. Februar diskutieren im bayerischen Landtag Vertreter_innen von migrantischen Sportverbänden mit Wissenschaftler_innen über deren Probleme. Dabei spricht Georgis Andeadis, technischer Leiter bei AEG Dachau an, dass sie als griechischer Verein regelmäßig rassistisch Beleidigt werden. Sie würden beispielsweise mit Kastanien beworfen. Auch zeigen Zuschauer_innen den Hitlergruß. Wenn er sich darüber bei Schiedsrichtern beschwere, entgegnen die, sie könnten dagegen nichts machen. (Quelle: SZ München)

Als am 20. Februar der tschechische Ministerpräsident Petr Necas der bayerischen Staatsregierung einen Besuch abstattet, protestieren Mitglieder der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ (SL) dagegen. Necas besucht auch die KZ Gedenkstätte Dachau. SL-Aktivist_innen um den stellvertretenden Vorsitzenden der SL-Bayern, Johann Slezak aus München wollen mit einer Kundgebung an der KZ Gedenkstätte gegen ihre Vertreibung in Folge der Naziverbrechen protestieren. Slezak, der auch stellvertretender Bundesvorsitzender des rechten revanchistischen „Witikobunds“ ist, lässt sich aber von anderen SL-Funktionären überreden die Kundgebung nicht durchzuführen. Stattdessen protestieren sie u.a. am Max-Josephs-Platz in München. (Quelle: Dachauer SZ, AIDA Chronologie Februar 2013)

Anfang April werden am Bahnhof in Röhrmoos zwei Dutzend Aufkleber des bayerischen Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“ (FNS) verklebt. (Quelle: Antifa)

In der Woche vor Ostern, 29.März bis 1. April, will das „Freie Netz Süd“ (FNS) in Petershausen Flyer für den Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai in Würzburg verteilt haben. Das schreiben sie in einem Artikel vom 3. April auf ihrer Homepage. Am Bahnhof in Petershausen sind drei Aufkleber des FNS mit dem Werbeslogan zum 1. Mai hinterlassen worden. (Quelle: Antifa)

Ebenfalls werden Anfang April in der Pollnstraße in Dachau 30 Aufkleber der NPD-Jugendorganisation JN („Junge Nationaldemokraten“) und der im FNS aufgegangenen Kameradschaft „Nationale Solidarität Bayern“ (NSB) verklebt. (Quelle: Antifa)

Als am 13. April in München eine antifaschistische Demonstration anlässlich des NSU Prozesses stattfindet, versucht auf der Höhe Hauptbahnhof eine Frau am Rande der Demonstration die Teilnehmer_innen zu provozieren, indem sie schreiend eine Deutschlandfahne hochhält. Sie wird von der Polizei rasch entfernt. Wenige Stunden zuvor wurde die selbe Frau am Dachauer Bahnhof gesichtet, wo sie sich mit Freunden traf. (Quelle: Antifa)

In der zweiten Aprilwoche werden im City Bus Hakenkreuze und 88 auf Sitze geschmiert. (Quelle: Antifa)

Ende April werden im Museum der KZ Gedenkstätte Dachau jüdische Gedenktafeln geschändet. An drei Gedenktafeln für die Opfer der Shoah werden Davidsterne zerkratzt oder abgerissen. Während der Präsident des Internationalen Dachau Komitees (CID) Pieter Dietz de Loos den Vorfall als einen „Beweis mehr für den abscheulichen Antisemitismus“ bezeichnet, hält es die Polizei für „unwahrscheinlich“, dass die Tat einen antisemitischen Hintergrund haben könnte. Es könne sich bei dem Täter auch um einen „Souvenirjäger oder Schüler“ handeln. (Quelle: Dachauer SZ)

Beim 1. Mai Aufmarsch des „Freien Netz Süd“ in Würzburg laufen Andreas H. (Dachau), Christian L. (Arnbach) und Stefan S. (Puchheim) in einer Formation. S. und H. halten ein Seitentransparent, L. geht daneben mit Marcel B. (München). (Quelle: Antifa)

Am 5. Mai wird ein Kreisverband Dachau/Fürstenfeldbruck der neuen rechten Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) gegründet. Spitzenkandidat ist der Olchinger Vertriebsmanager Florian Jäger. Einziges Vorstandsmitglied aus dem Landkreis Dachau ist der Bergkirchener Bernhard Schäfer. (Quelle: Dachauer Nachrichten)
Die AfD ist (Standort)nationalistisch: Sie handelt ausschließlich zum Wohle des deutschen Kapitals. Jegliche politische Konsequenz wird nur durch ökonomische Verwertbarkeit und die Gefährdung des deutschen Wohlstandes begründet. In ihrer Anti-Euro-Masche schwingt immer eine Stimmungsmache gegen „die Griechen“ mit. Die AfD steht grundsätzlich gegen solidarisches Handeln, propagiert eine „Wir zuerst“-Mentalität und zeigt klar rechte Denkweise: Durch „Schwache“ werden auch die „Starken“ schwach. Das wird kombiniert mit einer klassisch konservativen Familien- und Sicherheits- sowie einer neoliberalen Wirtschaftspolitik. Sie werden auf Bundesebene von vielen Ökonom_innen und Vertreter_innen von Kapitalinteressen unterstützt. Auf kommunaler Ebene setzten sich die Kreisverbände eher aus kleinbürgerlichen Mittelständler_innen zusammen.
In anderen Bundesländern wirbt die AfD mit rassistischen Slogans wie z.B. „Keine Einwanderung in die Sozialsysteme“ und hat Mitglieder, die zuvor in extrem rechten Parteien organisiert waren, z.B. bei der Kleinstpartei „Die Freiheit“. Zu ihrem Gründungsparteitag im April warb die AfD kurzzeitig mit dem Slogan „Klassische Bildung statt Multikulti-Umerziehung“. Der Slogan wurde allerdings rasch entfernt, aber der Jargon und der Inhalt waren eindeutig auf Sympathien am rechten Rand ausgelegt.

Seit Frühjahr bis Anfang Mai tauchen vereinzelte Aufkleber des „Freien Netz Süd“ (FNS) in der Münchner Straße zwischen Naturkostinsel und dem MVZ, sowie an der Kreuzung zur Lessingstraße auf. Aufschrift: „Nationale Sozialisten Deutschland“ (Quelle: Antifa)

Ende Mai vereinzelte Aufkleber der extrem rechten „Deutschlandbewegung“ und Solidaritätsbekundungen mit dem verurteilten Betreiber der Neonazi-Internetplattform „Altermedia“ am Dachauer Bahnhof und vereinzelte Aufkleber der „Deutschlandbewegung“ an der Kreuzung Münchner Straße/Schleißheimerstraße. Aufschrift: „Die Türkei den Türken – Europa den Europäern“ (Quelle: Antifa)
Die „Deutschlandbewegung“ unter ihrem Gründer Alfred Mechtersheimer will „die Bevölkerung aufklären über die Politik fremder Mächte, die alles was deutsch ist, demontieren wollen.“ Sie grenzt sich vom Neonazi-Spektrum ab. Mechtersheimer tritt u.a. vor Burschenschaften auf.

Seit Beginn des NSU Prozesses in München mehren sich dort neonazistische Anschläge gegen linke Einrichtungen. So werden der Flüchtlingsrat, das Wohnprojekt in der Liegsalzstraße, die Anwaltskanzlei einer Verteidigerin der Nebenklage im NSU Prozess und das Büro des Kurt-Eisner-Vereins Ziele von Angriffen. Es werden Scheiben eingeworfen, Naziparolen wie „Anti-Antifa“ und „NS jetzt“ in die Scheiben geritzt, sowie Farbbeutel an die Häuserfassade geworfen. Im Vorfeld einer Antifa-Demo im Münchner Westend werden 3 Neonazis festgenommen, die mit Kreide vor der Liegsalzstraße und dem Kurt-Eisner-Verein die Parolen „„Anti-Antifa“ und „Keine Macht den Kommunisten“ auf die Straße malen.
Ein Festgenommener ist der als Rechtsterrorist verurteilte Thomas Schatt, der aktiv ist in der Münchner Kameradschafts-Szene im „Freien Netz Süd“ (FNS). Schatt gehörte zur „Wiese-Gruppe“ in der „Kameradschaft Süd“, die 2003 einen Bombenanschlag auf das Jüdische Gemeindezentrum plante.
Der zweite Festgenommene ist der 20 jährige Andreas H. aus Dachau. Bei einer darauf folgenden Hausdurchsuchung bei H. werden PC und Propaganda mitgenommen. (Quelle: Antifa, SZ München)

In der ersten Juniwoche tauchen am Dachauer Ignaz Taschner Gymnasium an der Schleißheimerstraße Aufkleber des „Freien Netz“ (FN) aus Thüringen, Sachsen auf. Das FN ist die Nachfolgeorganisation des „Thüringer Heimatschutz“. (Quelle: Antifa)

Am 4. Juni werden am selbstverwalteten JUZ Freiraum in der Brunngartenstraße antifaschistische Plakate abgerissen, Lampen zerstört und das Schild entwendet. (Quelle: Antifa)

Bei einem Autounfall am Ortseingang von Petershausen am 8. Juni zeigt ein erheblich alkoholisierter Mitfahrer der Polizei den Hitlergruß. (Quelle: Dachauer SZ)

Die Lokalpresse meldet am 12. Juni, dass zwei junge Männer wegen Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu jeweils 48 Sozialstunden verurteilt wurden. Bei einem der beiden handelt es sich um den Dachauer Neonazi Andreas H., bei dem gerade erst eine Hausdurchsuchung stattfand (siehe oben). Nach einer Party in Niederroth im Sommer 2012 hatten die beiden am dortigen Bahnhof eine Scheibe eingeschlagen, versucht den Fahrkartenautomaten kaputt zu machen und mit einem Feuerzeug Hakenkreuze und SS-Runen in das Wartehäuschen eingebrannt. Vor Gericht geben sich beide geständig, da alles von einer Überwachungskamera aufgezeichnet wurde. Der Richter ist überzeugt, dass „beide Angeklagten keinen rechtsradikalen Hintergrund“ hätten.
Richter Dorner weiter: „Es besteht nicht die Gefahr, dass sie in ein rechtes Umfeld geraten könnten“. Diese Einschätzung ist grundlegend falsch, da Andreas H. seit 2009 im Neonazi-Spektrum verkehrt, anfangs mit den „Freien Nationalisten München“ sympathisierte und nun – 2 Wochen vor dem Gerichtstermin – zusammen mit einem verurteilten Rechtsterroristen aus dem „Freien Netz Süd“ (FNS) festgenommen wurde. (Quelle: Antifa, Dachauer SZ)

Am Wochenende 14./15. Juni werden 10 Aufkleber des „Freien Netz Süd“ (FNS) mit der Aufschrift „Good night left side“ in der Pollnstraße, Sparkasse Schleißheimerstraße und am Dachauer Bahnhof verklebt. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli werden am selbstverwalteten JUZ Freiraum in der Brunngartenstraße über 50 neonazistische Aufkleber verklebt, auf dem Weg entlang der Amper weitere 26 und ab der Schleißheimerstraße 15 Stück. Verklebt werden Motive aus dem Sortiment des „Freien Netz Süd“ (v.a. „Good night left side“ und Sticker für den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai 2013 in Würzburg), der im FNS aufgegangenen Kameradschaften „Freie Nationalisten München“ und „Nationale Solidarität Bayern“, der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“, sowie der NPD-Jugendorganisation JN. (Quelle: Antifa)

Infostand der rechten Partei „Alternative für Deutschland“ am 6. Juli vor der Sternapotheke in der Münchner Straße. (Quelle: Antifa)

Auf einer Bürgerversammlung in Hebertshausen erwähnen Anwohner_innen des ehemaligen „Schießplatz“ Hebertshausen, dort würden Partys, bei denen „rechtsextreme Lieder“ gespielt werden, stattfinden. (Quelle: Antifa, Dachauer SZ)

11. Juli: Stammtisch der „Alternative für Deutschland“ im Gasthaus Drei Rosen. (Quelle: „Alternative für Deutschland“ )

Infostand der „Alternative für Deutschland“ am 20. Juli am Alten Markt in Indersdorf (Quelle: Antifa)

Der konservative Münchner Merkur bzw. deren lokaler Ableger die „Dachauer Nachrichten“ bieten der „Alternative für Deutschland“ ein Forum, da der Kreisverband der AfD die nötigen Unterschriften für die Zulassung zur Bundestagswahl aufbringen konnte. Kritische Betrachtungen über die AfD über deren Überschneidungen zum rechten Rand kommen in dem Artikel nicht vor. (Quelle: Dachauer Nachrichten)

25. Juli: Stammtisch der „Alternative für Deutschland“ im Gasthaus Drei Rosen. (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Bei einer Beerdigung am 25. Juli in Eching (Landkreis Freising) handelt es sich um eine Beisetzung eines offiziellen Mitglieds der „Hammerskin Nation“. Dies wird deutlich, da die angereisten Abordnungen der „Hammerskins“ aus Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Bayern (u. a. aus Berchtesgaden, Pfaffenhofen, Fürstenfeldbruck, Augsburg und dem Raum Main-Spessart), sowie aus der Schweiz, einen Kranz mit der Aufschrift „Bruder“ ablegen.
Der aus Dachau stammende Verstorbene Maximilian R. (32) war über 10 Jahre in der Neonazi-Szene unterwegs und unterhielt auch noch Kontakte nach Dachau zu einzelnen subkulturell geprägten Nazis. (Quelle: AIDA Chronologie Juli 2013, Antifa)
Die „Hammerskin Nation“ wurde 1986 in den USA gegründet und versteht sich als elitäre neonazistische „Bruderschaft“. Sie sind ein kleineres, aber wachsendes Pendant zu „Blood & Honour“, deren Nachfolge sie zum Teil beabsichtigen anzutreten. Sie üben auf viele Nazis eine Faszination durch ihr elitär verschlossenes und aggressives Auftreten aus, finanzieren durch ihre Konzerte, Labels und Platten die Neonazi-Szene mit.

Anfang Juli wird ein Neonazi zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der mittlerweile in Dachau wohnende 32 jährige stand unter Bewährung, da er auf seinem Facebook-Profil ein Bild mit Reichsadler und Hakenkreuz abgebildet hatte (siehe Februar). Am 10. Februar steht die Polizei vor seiner Tür. Sie hatten den telefonischen Hinweis erhalten, in der Wohnung würde sich jemand umbringen wollen. Der einschlägig vorbestrafte Neonazi öffnet die Tür mit einem Schlachtmesser in der Hand und droht die Polizisten „abzustechen“. Die können mit gezogener und entsicherter Waffe den 32 jährigen zur Aufgabe zwingen. Bei der Verhandlung kommt ein weiter Vorfall zur Sprache, der sich nur einen Monat später ereignete. Hier rief der Angeklagte die Polizei, da seine schwangere und betrunkene Frau ihn angegriffen haben soll. Beim Eintreffen der Polizei schrie er „Sieg Heil“, bezeichnete die Polizisten, laut deren Aussage, 20 bis 30 mal als „Judenschweine“ und griff sie an. (Quelle: Dachauer SZ)

Die extrem rechte Partei „Pro Deutschland“ bzw. ihr Ableger „Pro Bayern“ veröffentlicht am 29. Juli auf ihrer Homepage einen Artikel, in dem gegen Flüchtlinge aus Dachau gehetzt wird. Unter der Überschrift „Dachau: pro Deutschland sagt NEIN! zu neuen Asylwohnungen“ positioniert sich „Pro Bayern“ gegen den Bau von Wohnungen für die Flüchtlinge aus dem Lager an der Kufsteinerstraße in Dachau. (Quelle: Antifa)

Am 8. August tauchen die ersten Plakate der extrem rechten „Republikaner“ (REP) in Dachau auf. Die in den 90er Jahren v.a. in Bayern und auch in Dachau erfolgreichen REP sind mittlerweile in der völligen Bedeutungslosigkeit versunken. Auch die Phantasie scheint gelitten zu haben. Auf den Plakaten sind vier Hintern in schwarz, gelb, rot und grün abgebildet mit der Aufschrift: „Welchen Arsch würden Sie im September wählen?“ (Quelle: Antifa)

Am 19. August tauchen erneut neonazistische Aufkleber am Freiraum in der Brunngartenstraße auf. Auf einem 10×30 cm großen Aufkleber steht: „NS Zone – Deutschland multikulti – Wir bleiben braun“. (Quelle: Antifa)

Am 20. August wird der Freiraum mit Naziparolen beschmiert. Auf der Tür und der Außenfassade wird gesprüht: „NS Zone“ und „NS“. (Quelle: Antifa)

In der Nacht vom 24. auf den 25. August werden am Freiraum Lampen zerschlagen, der Briefkasten abgetreten und Fahrräder kaputt geschlagen. (Quelle: Antifa)

Am 1. September veröffentlicht das „Freie Netz Süd“ (FNS) auf seiner Homepage einen Artikel („Dachau: Linkes Jugendzentrum farblich umgestaltet“), in dem sich über die Schmierereien gegen die „volksfeindlichen Zentrumsbetreiber“ erfreut wird. (Quelle: Antifa)

5. September: Stammtisch der „Alternative für Deutschland“ im Gasthaus Drei Rosen. (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Infostand der „Alternative für Deutschland“ am 7. September am Unteren Markt, Münchner Straße Dachau. Ab diesem Zeitpunkt plakatiert die „Alternative für Deutschland“ ganz fleißig. (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Vom 7. auf den 8. September werden am Freiraum Dachau wieder Aufkleber des FNS, der Forderung nach einer Freilassung des Altnazis Erich Priebcke, der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte Dortmund“ und der nicht mehr existierenden Initiative „Volkstod stoppen“ verklebt. Ebenfalls verklebt wird wieder der Sticker mit der Aufschrift „NS Zone– Deutschland multikulti – Wir bleiben braun“.
In der gleichen Nacht werden in Dachau die selben Aufkleber geklebt: Ab der Sparkasse in der Schleißheimerstraße, die Schleißheimerstraße entlang bis in die Martin-Huber-Straße und in der Altstadt. Am Widerstandsplatz, der an den antifaschistischen Aufstand vom 28.4.1945 erinnert, wird an der Tafel der „NS Zone“ Aufkleber angebracht. (Quelle: Antifa)

14. September: Infostand der „Alternative für Deutschland“ auf dem Wochenmarkt in der Dachauer Altstadt (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Am 15. September tauchen Wahlplakate der extrem rechten Kleinstpartei „Pro Deutschland“ auf mit der Aufschrift „Mehr Bildung – Weniger Zuwanderung“. (Quelle: Antifa)

Wahlergebnisse zur bayerischen Landtagswahl am 15. September im Landkreis Dachau:
„Republikaner“ (REP) 1,13% Erststimmen, 0,85% Zweitstimmen
„Die Freiheit“ 0,0% Erststimmen, 0,0% Zweitstimmen
„BüSo“ 0,0% Erststimmen, 0,0% Zweitstimmen
Die NPD konnte in Oberbayern nicht antreten, da ihnen die nötigen Unterstützungsunterschriften fehlten
(Quelle: Dachauer SZ)

20. September: Infostand der „Alternative für Deutschland“ am Unteren Markt, Münchner Straße Dachau (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

21. September: Infostand der „Alternative für Deutschland“ auf dem Wochenmarkt in der Dachauer Altstadt (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Wahlergebnisse zur Bundestagswahl am 22. September im Landkreis Dachau:
„Alternative für Deutschland“ (AfD) 4,64% Erststimmen (Florian Jäger), 5,09% Zweitstimmen
NPD 0,49% Zweitstimmen – die NPD hat im gesamten Wahlkampf in Dachau kein einziges Plakat verklebt und trat erstmals ohne einen Direktkandidaten an
„Republikaner“ (REP) 0,36% Zweitstimmen
„Pro Deutschland“ 0,08% Zweitstimmen
„BüSo“ 0,01% Zweitstimmen
(Quelle: Dachauer SZ)

26. September: Stammtisch der „Alternative für Deutschland“ im Gasthaus Drei Rosen. (Quelle: „Alternative für Deutschland“)

Ende Oktober stellt der ehemalige bayerische Ministerpräsident und ehemalige bayerische Innenminister Günther Beckstein seine Autobiographie in Dachau vor. Schlicht in einem Feuerwehrhaus, aber vor der versammelten Dachauer CSU-Prominenz: Landrat Christmann, OB Bürgel, Bernhard Seidenath (MdL) usw.
Dabei plaudert er locker aus dem Nähkästchen. Dass es ihn nicht störe, wenn er als Hardliner oder „Stoibers Rechtsausleger“ bezeichnet wurde. Er bekräftigt, er sei „immer ein Hardliner für Recht und Ordnung“ gewesen. Wie genau sich das äußert, verdeutlicht eine seiner Anekdoten. Stolz erzählt er, wie er kurz nach seinem Amtsantritt als Innenminister eine Gruppe „illegal eingereister“ Sinti und Roma aus der Erlöserkirche auf dem Gelände der KZ Gedenkstätte Dachau lockte, um sie abschieben zu können: „Ich wusste, dass sie vor Uniformen keinen Respekt hatten. Also ließ ich alle Polizeihunde, die es in Bayern gab, zusammenkommen. Als plötzlich um die Kirche herum mehr als 200 Hunde bellten und zwei Hubschrauber über dem Gelände kreisten, sind sie friedlich abgezogen und wir konnten die Illegalen abschieben.“ (Quelle: Dachauer SZ)

Im Herbst verteilt der aus dem Dachauer Hinterland stammende Neonazi-Aktivist Christian L. mehrmals zusammen mit weiteren Personen neonazistische Flyer an Jugendliche in Odelzhausen. L. ist Mitglied der „Kameradschaft München“ im „Freien Netz Süd“. (Quelle: Antifa)

In der Debatte um die Aufnahme von Asylsuchenden im Landkreis wird Ende Oktober auch der Vorschlag laut, Menschen im Kloster Altomünster des Birgitten Ordens wohnen zu lassen, da auf dem Areal nur zwei Nonnen leben. Die Nonnen lehnen dies strikt ab. Eine Schwester Apollonia begründet es gegenüber der Presse folgendermaßen: „Mit Biotopen muss man sorgfältig umgehen. Man darf nichts hinein werfen, was nicht hinein gehört – dann kippt es um.“ (Quelle: Dachauer SZ)

Am 4. November wird am selbstverwalteten JUZ Freiraum in der Brunngartestraße gegen 22.30 Uhr während eines laufenden Cafés die Papiertonne außerhalb des Gebäudes mit Brandbeschleuniger in Brand gesetzt. Das Feuer wird schnell entdeckt und gelöscht. (Quelle: Antifa)

Anfang November meldet die Lokalpresse, dass im Zuge eines internen Machtkampfs in der Dachauer SPD, eine der Fraktionen den Parteineuling Bernhard Schäfer als Bürgermeisterkandidaten aufstellen lassen will. Schäfer war bei der Gründung des Kreisverbands Dachau/Fürstenfeldbruck der neuen rechten Partei „Alternative für Deutschland“ Mitglied in deren Vorstand. (Quelle: Dachauer SZ)

Beim Neonazi Aufmarsch des „Freien Netz Süd“ (FNS) bzw. der neu gegründeten Partei „Der III. Weg“ am 16. November in Wunsiedel halten Christian L. (Arnbach) und Stefan S. (Puchheim) ein Transparent des FNS mit der Aufschrift „Ein Volk ist nur soviel wert wie es seine Toten ehrt“. (Quelle: Antifa)

Am 7. Dezember findet auf dem Gelände des ASV Dachau der Landesparteitag der „Alternative für Deutschland“ statt. Der Termin wurde nicht breit angekündigt. Proteste dagegen gibt es nicht. Lediglich zwei an die Fassade geworfene Farbbeutel tauchen auf. (Quelle: Antifa)

Am 23. Dezember wird im Briefkasten des Freiraum Dachau in der Brunngartenstraße ein Paket mit der Aufschrift „Letzte Warnung“ und „FJAL“ entdeckt. Die verständigte Polizei nimmt das Paket mit. Darin befand sich ein Tierorgan. (Quelle: Antifa)