Marsch für das Leben zur Hölle machen: Bericht zu Pro Choice Aktionen in Salzburg

Hintergrundinfos beim und im Infoladen Salzburg

„Am 27. Oktober 2017 fand in Salzburg der sogenannte „Marsch fürs Leben“
statt. Organisiert wurde er von ultra-religiösen organisierten
AbtreibungsgegnerInnen um Jugend für das Leben, die auch in anderen
österreichischen Städten derartige Märsche veranstalten. Diese
reaktionären Events sind ein Angriff auf das Recht auf Selbstbestimmung
über den eigenen Körper und über die Gebärfähigkeit von Frauen und
anderen Menschen, die schwanger werden können.

Wie in vergangenen Jahren versammelten sich Pro-Choice Aktivist_innen
vor dem Salzburger Landeskrankenhaus, um für reproduktive Freiheit zu
demonstrieren. Sie fordern freien und kostenlosen Zugang zu sicheren
Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln und ein Ende der
patriarchalen Unterdrückung. Redebeiträge gingen auf die
OrganisatorInnen um und hinter Jugend für das Leben und auf reproduktive
Rechte ein. Ca. 40 Pro-Choice Aktivist_innen standen 50 bis 70
christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgengerInnen und ca. 75 Bullen
gegenüber. Weiterlesen

Zweitägiger Warnstreik an den Helios Amper Kliniken Dachau

Am 25. und 25.10. gab an den privatisierten Helios Amper Kliniken erneut einen Warnstreik. Die Kolleg_innen kämpfen weiter für mehr Personal und gegen miese Arbeitsbedingungen. Die Lokalpresse titulierte sie dazu „wild entschlossen“. Die Krankenhaus-Beschäftigten zogen an beiden Tagen mit einem Demonstrationszug und ordentlicher Lautstärke vom Klinikum durch die Dachauer Altstadt zum Lokal „Drei Rosen“, das sie als Streiklokal angemietet hatten. Dorthin luden sie Kreispolitiker_innen und Bundestagsabgeordnete ein, um ihnen ihren Alltag mit all seinen Überlastungen, Unterbesetzungen und Schikanen durch Vorgesetzte zu schildern.

Hier ein ausführlicher Bericht der Unabhängigen Betriebsgruppe am Klinikum. Darin schreiben sie: „Sie bleiben unnachgiebig, wir bleiben es auch. Wir werden mit jedem Streik unsere Würde ein Stück mehr zurückholen.“

Antifa Kongress Bayern vom 3.-5.11.2017

kongress17
2017 kommt der Antifa-Kongress Bayern wieder nach München. Vom 3. bis zum 5. November wollen wir mit euch gemeinsam in Austausch treten, diskutieren, Perspektiven und Strategien entwickeln. In einer Reihe von Vorträgen werden wir uns mit rechten Bewegungen, Ressentiments und Ausgrenzung auseinandersetzen und an Debatten um Kapitalismuskritik, Geschlechterverhältnis und Alternativen zu den herrschenden Zuständen anknüpfen.

Auch dieses Jahr soll der Kongress einen Rahmen zum Kennenlernen und Vernetzen bieten. Außerdem werden wieder praktische Workshops, etwa zu Emotionaler Erster Hilfe, Stop-Deportation- und Demosani-Arbeit, auf dem Programm stehen. Und natürlich wird auch diesmal Party und Abgehänge nicht zu kurz kommen.

Ankündigungen und Programm unter antifakongress.blogsport.eu

Großbetriebe in Dachau: Autoliv Dachau-Ost und Helios Amper Kliniken

Was hat man nicht alles gelesen seit dem Wahlergebnis. Dachau hat fast keine Arbeitslosen, Dachau geht es wirtschaftlich hervorragend. Eine Oase des Wohlstands. Speckgürtel München genauer gesagt. Doch es gibt auch hier genug Malocher_innen, die Dreck fressen müssen. Zwei Beispiele:

Autoliv schließt Standort – 120 Arbeiter_innen verlieren ihre Jobs

Der Automobilzulieferer Autoliv hat – wie bereits vor zwei Jahren angekündigt – vor den Standort in Dachau-Ost dicht zu machen. Autoliv ist in der Herstellung von Airbags marktführend. Außerdem werden Sicherheitsgurte entwickelt. Die Konzernleitung spricht von Kostendruck. Gemeint ist damit aber wesentlich billiger in Polen und Rumänien zu produzieren, wo die „Lohnminute“ 40 Cent weniger koste.

Seit 2011 werden Werke von Autoliv in der BRD geschlossen. Übrig blieben Elmshorn und eben Dachau. Die Produktion von Airbags wird künftig ausschließlich in Polen erfolgen. Mitte September wurden die Beschäftigten informiert, dass sie ihre Jobs verlieren werden. Bis 2019 soll Dachau-Ost „abgewickelt“ sein. Die betroffenen Arbeiter_innen sind 70 in der direkten Produktion und weitere 50 in produktionsnahen Bereichen. Sie sind die letzten verbliebenen von dereinst 700 Beschäftigten. An der Siemensstraße plant Autoliv bis 2020 ein Technologiezentrum zu errichten. Die Mitteilung der Konzernführung Dachau damit als konzernweiten Entwicklungsstandort zu erhalten, ist mehr als zynisch. Weiterlesen

Gegen die AfD Veranstaltung mit Beatrix von Storch am 16.9.2017 in Dachau

18:00 Uhr | Ludwig-Thoma-Haus

Am 24. September wird voraussichtlich eine radikal rechte Partei in den Bundestag einziehen. Mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat sich eine Kraft etabliert, welche einen fortschreitenden gesellschaftlichen Rechtsruck in Form von Wähler_innenstimmen auszuschöpfen vermag. Die AfD im Jahre 2017 kann bei weitem nicht mehr mit der AfD zur Zeit ihrer Gründung 2013 verglichen werden. Startete sie als neoliberale sozialchauvinistische „Professorenpartei“ gesellschaftlich gehobener Schichten, welche ärmere, abgehängte Länder wie Griechenland abkoppeln wollten, da sie den eigenen Wohlstand in der BRD in Gefahr sahen, wandelte sich die AfD nach mehreren internen Spaltungen zu einer rechten Bewegungspartei. Sie vereint völkischen Nationalismus, islamophoben Rassismus, Nationalkonservatismus und Antifeminismus. Weiterlesen

Was ist Ironie?

screenshot-sueddeutschezeitung-feuilleton28.7.2017-
Screenshot aus der Süddeutschen Zeitung vom 28.07.2017

„Feiner, verdeckter Spott, mit dem man etwas dadurch zu treffen sucht, dass man es unter dem augenfälligen Schein der eigenen Billigung lächerlich macht“

Völkischer AfD Flügel gründet „Gewerkschaft“

AfD Wahlkampfvehikel Artikel in der DIREKTEN AKTION vom 26.07.2017

„Der faschistische Flügel der AfD gründet einen Verein und nennt ihn Gewerkschaft. Der Einsatz für die Interessen der Lohnabhängigen ist mehr als unglaubwürdig

Stolz meldete die AfD ihren Erfolg am 1.Mai 2017: 1200 Menschen folgten dem Aufruf des völkischen Höcke-Flügels zur Demonstration in Erfurt unter dem Motto „Sozial ohne Rot zu werden“. Auf der DGB Kundgebung waren es wesentlich weniger TeilnehmerInnen. Ist die AfD tatsächlich eine soziale Kraft?
Eine neue Gewerkschaft?

Die ostdeutsche AfD überraschte an diesem Tag noch mit einer anderen Mitteilung: Sie rief zum Beitritt in den „Alternativen Arbeitnehmerverband Mitteldeutschlands“, kurz „ALARM!“, auf. Zwar gibt es in der AfD bereits die „Alternative Vereinigung der Arbeitnehmer“ (AVA e.V.) und den Verein „Arbeitnehmer in der AfD“ (AidA). Der neue Verband soll aber mehr sein als eine Interessenvertretung innerhalb der Partei.

Ver.di und Co hätten die Interessen der ArbeitnehmerInnen verraten und stellten sich gegen die AfD. Sie seien keine Gewerkschaften mehr und „deswegen brauchen wir eine neue und das wird Alarm! sein.“, so Jürgen Pohl, der Initiator des Ganzen. Pohl ist Anwalt, steht auf Platz zwei der Thüringer Landesliste für den Bundestag und ist als Höckes Büroleiter Teil des neofaschistischen Flügel der AfD. Weiterlesen

Aktuell: Hausbesetzung in München!

Aktionserklärung zur Besetzung des „Schnitzelhauses“ im Münchner Westend am 22.07.2017

Anmerkung: Das Haus wurde noch am 22.7. geräumt. Geschnappt haben sie niemanden. Pressemitteilung zur Räumung und anderes unter fuerlauhaus.blogsport.eu
squat7

„Hiermit erklären wir das „Schnitzelhaus“ (Holzapfelstraße 10) im Münchner Westend für besetzt!

Während in München ebenso wie in anderen Städten die Mieten steigen, Geflüchtete in Zelten oder Containern leben müssen, Obdachlose keine Unterkunft finden können und Sozialhilfe-Empfänger_innen zunehmend weiter in die Außenbezirke der Stadt verdrängt werden, stehen in der Münchner Innenstadt zahllose Gebäude ungenutzt leer. Dabei ist nicht nur Wohnraum ein knappes Gut in der Stadt, sondern auch unkommerzielle Räume gibt es in München kaum. Das sind Räume, in denen auch Menschen verkehren können, die sich den Konsum von Speisen und Getränken zu Restaurantpreisen nicht leisten können. Diese Menschen werden so vom öffentlichen Leben systematisch ausgeschlossen und stehen in der Gesellschaft zunehmend isolierter da. Weiterlesen

21.-23.07.17: Contemporary & Urban Art Festival in Dachau

„GRAFFITI“ IST FÜR VIELE MENSCHEN, NACH 33 JAHREN SEINES ERSCHEINENS AN DEUTSCHEN MAUERN UND ZÜGEN, NOCH IMMER EIN REIZTHEMA. DABEI BESCHREIBT DER, SCHMIEREREIEN UMSCHREIBENDE, BEGRIFF „GRAFFITI“ IN KEINER WEISE DIE TIEFEREN UND WEITEREN INTENTIONEN DER SCHMIERER.

DIE GESAMTE BILDSPRACHE UM DIE SPRÜHDOSE WIRD ALS „AEROSOL CULTURE“ BEZEICHNET. DAS KALLIGRAPHISCH INDIVIDUELLE AUSARBEITEN VON NAMENSZÜGEN WIRD „STYLE WRITING“ GENANNT.

DIESE AUSDRUCKSFORM AUS NEW YORK HAT 1983 IN MÜNCHEN FUSS GEFASST UND GENERATIONEN VON JUNGEN MENSCHEN IN SEINEN BANN GEZOGEN

Infos, Locations und Termine unter outercircle.de

Pro Choice is ois! Aufruf gegen den 1.000 Kreuze Marsch am 25. Juli 2017 in Salzburg

So sicher wie das Amen im Gebet: Pro Choice is ois!

2008 gab es erstmals (pro-)feministische Proteste gegen den ersten „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg. Dabei standen Pro-Choice-Aktivist_innen christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen gegenüber. Zweitere propagieren ein sexistisches, rassistisches, transphobes und homophobes Weltbild. Frauen* ordnen sie einzig die Rolle einer Mutter zu und Abtreibung wird mit Mord gleichgesetzt. Pro-Choice (englisch „für die Wahlfreiheit“) steht hingegen für das sehr einfache und einleuchtende Prinzip, dass gebärfähige Menschen, das heißt Frauen*, Lesben, Inter- oder Trans-Menschen (kurz: FLIT), sehr gut selbst entscheiden können und sollen, ob, wann und wieviele Kinder sie bekommen möchten. Dazu gehört selbstverständlich auch das Recht auf einen frei zugänglichen Schwangerschaftsabbruch. Frei zugänglich bedeutet auch, dass dieser kostenfrei sein, in zumutbarer Nähe angeboten werden und die Entscheidung für und gegen Kind(er) unterstützt werden muss. Reproduktive Rechte bedeuten, dass ALLE Menschen das Recht haben auf einen selbstbestimmten Umgang mit ihrer Gebärfähigkeit. Dazu gehört das Recht, Kinder zu bekommen genauso wie das Recht, keine Kinder zu bekommen. Weiterlesen