Fight G20 – Vom Hinterland nach Hamburg

g20
Mai/Juni: Veranstaltungsreihe in Rosenheim, Wasserburg und Salzburg | Alle Termine fight-g20.tk

Am 07. und 08. Juli 2017 trifft sich in Hamburg die Gruppe der G20. Es treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 17 wirtschaftsstärksten Nationen sowie Südafrika und Argentinien. Hinzu treten die jeweiligen Finanzminister*innen und Zentralbankchefs sowie Institutionen wie die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds oder auch Weltbank und OECD.

Bei all der Konkurrenz dieser Staaten auf den kapitalistischen Weltmärkten, die sich mitunter auch im diplomatischen Affronts bis hin zu militaristischem Säbelrasseln äußert, eint sie die Erkenntnis, dass die Selbstzerstörungskräfte des Marktes auch ein Mindestmaß an supranationalen Spielregeln und Absprachen benötigen. Implizit ist das Interesse der 19 wirtschaftsstärksten Schwellen- und Industrieländer (ohne die Schweiz) selbstredend diese zu bleiben und sich nach unten abzugrenzen. Lukrativ wirkt dabei, dass „Rohstoffgiganten“ wie Russland, Saudi-Arabien oder China auch auf ihre potentiellen Abnehmer*innen treffen.

Wenn dabei Klimaziele diskutiert werden, geht es nicht um eine ökologische Politik, sondern lediglich um Zielsetzungen, die kein Mitgliedsland „überfordern“ und dabei die Produktionsbedingungen des Kapitalismus in den eigenen Ländern nicht erheblich beeinträchtigen. Die Länder, die den Klimawandel am stärksten zu spüren bekommen, sitzen ja auch nicht am Tisch.

Das Gleiche gilt für soziale Themen: Diese können der Logik kapitalistischer Wertschöpfung nach nur insoweit berücksichtigt werden, in dem sie deren Produktionsbedingungen gefährden. Abgrenzung ist hier mitunter wortwörtlich zu verstehen: Gleich mehrere bedeutende Mitglieder der G20 tüfteln an Mechanismen der Migrationskontrolle – Mauern und Grenzzäune sind wieder in Mode gekommen.

Der G20-Gipfel ist Anlass für diese Veranstaltungsreihe, die ihren Fokus auf Klassenwidersprüche und Soziale Bewegungen im globalen Kapitalismus und innerhalb einzelner der G20-Länder richtet: Globaler Reichtum ist im Kapitalismus nur bei gleichzeitiger globaler Armut zu erreichen, nationales Wirtschaftswachstum muss je durch die und auf Kosten der nationalen Arbeiter*innenklasse produziert werden. Was aber, wenn diese sich als solche und die ihr innewohnende Kraft erkennt und aufbegehrt?