„Dritter Weg“ Kundgebung am 16.07. in Fürstenfeldbruck

Die Neonazi Kleinpartei „Der Dritte Weg“ hat für den 16.07.16 kurzfristig
eine Kundgebung in der Innenstadt von Fürstenfeldbruck angemeldet.
Direkt am zentralen Punkt der Hauptstraße vor einer Sparkasse. Gekommen
waren 15 Neonazis, darunter führende Kader der Partei bzw. des
verbotenen „Freien Netz Süd“. Erst am Vormittag wurde das Vorhaben
bekannt. Lokalpolitiker_innen mobilisierten binnen weniger Stunden über
soziale Netzwerke zum Gegenprotest.
Dieser fiel dann auch lautstark aus. Es protestierten über 60 Menschen,
die SZ spricht von 80, der Merkur gar von 100. Die Reden wurden durch
Trillerpfeifen, Buh Rufe und „Nazis Raus“ Sprechchöre übertönt. Die
Neonazis hielten ein Transparent und Schilder mit der Aufschrift
„Asylflut stoppen“. Sie hetzten gegen die Flüchtlingsunterkunft im
Fliegerhost Fürstenfeldbruck und Flüchtlinge generell.

Der verurteilte Rechtsterrorist Karl Heinz Statzberger vom „Stützpunkt
München-Oberbayern“ des „Dritten Weg“ hielt zwei Redebeiträge, der
Niederbayerische Kader Walter Strohmeier einen. Als Lautsprecherwagen
fungierte ein Wagen mit Altöttinger Kennzeichen, gefahren vom
Altöttinger Kader Roy Asmuß. Die Polizei war mit wenigen Einsatzkräften
vor Ort. Etwa 10 USK Beamte standen mehrere Meter hinter den Neonazis.
Die Kundgebung war auch nicht durch Absperrgitter getrennt.
Passant_innen gingen in direkter Nähe an den Neonazis vorbei. Diese
verzichteten auf das Verteilen von Flyern. Einige Gegendemonstrant_innen
gingen direkt auf die Neonazis zu. Ein Gegendemonstrant hielt ihnen
einen Döner hin, woraufhin einer der Nazis darauf spuckte.
Anmelder war offensichtlich Stefan S. aus Puchheim (Landkreis
Fürstenfeldbruck). Er dirigierter die Neonazi-Gruppe dann auch in der
Manier eines Anführers zum Aufbruch und ging ihnen voran. S. ist
seit über zwei Jahren auf jeder Aktion des „Dritten Weg“ dabei und hält
mittlerweile auch Redebeiträge, so z.B. in München am 09.04.16.

Nach gut einer Stunde war der Spuk vorbei. Erreicht haben die Neonazis
niemanden, aber darum geht es ihnen auch nicht. Der „Dritte Weg“ führt
hiermit seine Kleinstaktionen in Kleinstädten fort. Dabei suchen sie
sich in Oberbayern bewusst Regionen ohne antifaschistische Strukturen
aus, wie z.B. Pfaffenhofen am 09.04.16. Zusätzlich werden die Aktionen
kurzfristig angemeldet, um so Gegenproteste möglichst gering zu halten.
Die Rechnung ging in Fürstenfeldbruck nicht auf. Die Neonazis haben
verschiedene bürgerliche, migrantische und auch linke Milieus
zusammengebracht, die sich sehr schnell sehr einig waren.

Aber es muss auch deutliche Kritik geäußert werden. Das Landratsamt hat
die Neonazi Veranstaltung verschwiegen. Die Polizei muss sich vorwerfen
lassen, dass sie zu weit weg stand und die Neonazis ohne Absperrung an
die Passant_innen und Gegenproteste heran ließ. Nach Beendigung der
Kundgebung stellte sich das USK vor die Gegendemonstrant_innen und ließ
die Neonazis unbegleitet als geschlossene Gruppe weggehen.
Der „Dritte Weg“ zeigt eine erhebliche Bereitschaft Gewalt anzuwenden,
gerade gegen politische Gegner_innen. Die Gewaltexzesse der beiden
letzten 1. Mai Demonstration des „Dritten Weg“ verdeutlichen dies.